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Spitzentreffen: USA besorgt über Chinas Haltung

In Rom haben sich wichtige Vertreter aus den USA und China getroffen. China gilt als wichtigster Verbündeter Russlands, betrachtet sich jedoch offiziell «nicht als Partei» im Ukraine-Konflikt.

US-Präsident Bidens Nationaler Sicherheitsberater Jake Sullivan trifft sich mit dem obersten chinesischen Außenpolitiker Jiechi.
Foto: Manuel Balce Ceneta/AP/dpa

Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine haben Spitzenvertreter der USA und Chinas nach US-Angaben «intensive» siebenstündige Beratungen geführt. Das sagte eine hochrangige Vertreterin der US-Regierung in einem Telefonbriefing mit Journalisten.

Der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, habe bei dem Treffen in Rom mit dem chinesischen Außenpolitiker Yang Jiechi die «schwerwiegende Besorgnis» Washingtons über Chinas Annäherung an Moskau zum Ausdruck gebracht.

Biden-Sprecherin Jen Psaki sagte, Sullivan habe der chinesischen Seite bei dem Treffen deutlich gemacht, «dass es erhebliche Konsequenzen geben wird, sollten sie militärische oder andere Hilfe leisten, die natürlich gegen Sanktionen verstoßen oder die Kriegsanstrengungen unterstützen». Zu möglichen konkreten Konsequenzen wollte sich Psaki nicht äußern.

China bemüht sich um Neutralität

Chinas Außenminister Wang Yi sieht sein Land derweil «nicht als Partei» im Konflikt um die russische Invasion in die Ukraine. Seine Regierung «will nicht, dass die Sanktionen China treffen», sagte der Außenminister nach offiziellen Angaben ferner in einem Telefonat mit seinem spanischen Kollegen José Manuel Albares.

China lehne die Verhängung von Sanktionen grundsätzlich ab. «China hat das Recht, seine legitimen Rechte und Interessen zu schützen», zitierte ihn das Außenministerium in Peking. Wang Yi nannte den Konflikt das Ergebnis einer «Ansammlung und Verschärfung der Widersprüche über die Jahre» in der europäischen Sicherheitsarchitektur.

Auf amerikanische Berichte, wonach Russland die chinesische Regierung um militärische und wirtschaftliche Hilfe gebeten haben soll, ging Wang Yi nicht ein. Ein chinesischer Außenamtssprecher hatte zuvor von «bösartigen» Desinformationen der USA gesprochen. In Bezug auf das Treffen mit Jake Sullivan in Rom war von «freimütigen, tief gehenden und konstruktiven» Spitzengesprächen die Rede.

China ist der wichtigste Verbündete Russlands, bemüht sich im Konflikt um die Ukraine aber um eine eher neutrale Haltung.

dpa