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Brasilien: Starkregen macht unseren Kaffee teurer

In Brasilien führten extreme Starkregen zu verheerenden Erdrutschen, die nicht nur Menschenleben forderten, sondern auch die Kaffeeernte bedrohen. Experten warnen, dass dies die Preise für Arabica-Kaffee weltweit steigen lassen könnte.

Brasilien: Starkregen macht unseren Kaffee teurer
Bildquelle: 🇸🇮 Janko Ferlič auf Unsplash

Unwetterkatastrophe in Brasilien: Starkregen führt zu höheren Kaffeepreisen

Juiz de Fora (Brasilien) – Über dem bedeutendsten Kaffeeanbaugebiet der Welt fallen derzeit extreme Regenmengen. Diese massiven Niederschläge verursachen in Brasilien Erdrutsche, die sowohl Menschenleben als auch Ernten gefährden. Die Auswirkungen könnten sich bald in Form steigender Kaffeepreise bemerkbar machen.

Eine aktuelle Studie zeigt, dass insbesondere die Arabica-Plantagen im Bundesstaat Minas Gerais stark betroffen sind. Die intensiven Regenfälle könnten die Verbreitung von Pflanzenkrankheiten fördern und somit die Ernte negativ beeinflussen, wie eine Analyse der Forschungsinitiative World Weather Attribution darlegt. Ende Februar wurde die Region besonders heftig getroffen, als die enormen Wassermengen zu schweren Erdrutschen führten. Nach offiziellen Angaben verloren 72 Menschen ihr Leben, und Tausende mussten ihre Wohnungen verlassen. In Juiz de Fora war der Februar der niederschlagsreichste Monat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Brasilien als führendes Kaffeeanbaugebiet

Minas Gerais im Südosten Brasiliens gilt als das Herz der Kaffeeproduktion des Landes und ist der wichtigste Produzent von Arabica-Kaffee. Deutschland hat sich laut dem brasilianischen Verband der Kaffee-Exporteure Cecafé im Jahr 2025 zum größten Abnehmer brasilianischen Kaffees entwickelt und importierte 5,4 Millionen Säcke à 60 Kilogramm. Bereits in den vergangenen Jahren hatte extremes Wetter negative Auswirkungen auf die Branche, was zu einem Rückgang der Kaffeeproduktion um 15 bis 20 Prozent führte und die Weltmarktpreise in die Höhe trieb.

Einfluss der Klimakrise auf die Wetterbedingungen

Die Forschungsinitiative analysiert regelmäßig den Einfluss des Klimawandels auf Extremwetterereignisse. Für die jüngsten Niederschläge in Brasilien konnten die Wissenschaftler zwar keinen klaren Zusammenhang nachweisen, warnen jedoch, dass die Intensität solcher Regenfälle um schätzungsweise mindestens sieben Prozent zunehmen könnte, falls sich die Erde bis zum Ende des Jahrhunderts um 2,6 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit erwärmt.

Den Vereinten Nationen zufolge steuert die Erde mit der gegenwärtigen globalen Klimapolitik auf eine Erwärmung von 2,8 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts zu. Sollten die Staaten ihre Klimaschutzpläne vollständig umsetzen, könnte die Erwärmung bis dahin zwischen 2,3 und 2,5 Grad liegen.

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Bildquelle: Bildquelle: 🇸🇮 Janko Ferlič auf Unsplash

Ronny Winkler