Kurz nach dem Start zur Mondmission „Artemis 2“ fällt die Toilette in der Orion-Kapsel aus. Die Crew muss improvisieren, während Techniker an einer Lösung arbeiten, die mehrere Stunden in Anspruch nehmen könnte.
Kapitale Panne: Sanitärsystem in der Orion-Kapsel versagt direkt nach dem Abheben

Für die vierköpfige Besatzung der Artemis 2-Mission begann die Reise zum Mond mit einer unerwarteten Störung: Ein Fehler führte dazu, dass die gesamte Sanitäranlage ausfiel. Die Reparatur aus der Ferne könnte laut Angaben von Nasa-Managern mehrere Stunden in Anspruch nehmen.
Auf dem Weg zum Mond meldete die Crew der Artemis 2 ein ungewöhnliches Problem: Die Toilette in der Orion-Kapsel versagte kurz nach dem Start. „Die Toilette hat sich selbst abgeschaltet, und eine blinkende orange Warnleuchte leuchtet“, berichtete Astronautin Christina Koch der Missionskontrolle in Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida.
Für die Crew bedeutete dies zunächst, dass sie auf improvisierte Lösungen zurückgreifen mussten: Die Astronauten sollten vorübergehend ein tragbares System aus Beutel und Trichter verwenden. Gleichzeitig arbeitete das Team am Boden an einer Lösung. Laut Nasa-Manager Amit Kshatriya handelte es sich um ein „Controller-Problem“, dessen Behebung mehrere Stunden in Anspruch nehmen könne.
Erste vollwertige Toilette auf einer Mondmission
Der Defekt betrifft ein Sanitärsystem, das eigentlich für mehr Komfort sorgen sollte. Denn erstmals verfügt eine Mission im sogenannten Deep Space über eine vollwertige Toilette. Während der Apollo-Flüge in den 1960er- und 1970er-Jahren mussten Astronauten noch auf einfache Abfallbeutel zurückgreifen – eine Lösung, die alles andere als angenehm war.
Die neue Anlage in der Orion-Kapsel ist technisch deutlich ausgefeilter. Sie verfügt über eine Tür für Privatsphäre und nutzt ein Luftstromsystem, um Ausscheidungen gezielt abzusaugen und Gerüche zu minimieren. „Wir haben das Glück, eine Toilette mit Tür zu haben – der einzige Ort, an dem man für einen Moment allein sein kann“, sagte Astronaut Jeremy Hansen vor dem Start in einem Video.
Herausforderungen der Nutzung im All
Die Nutzung der Toilette im All bleibt dennoch anspruchsvoll. In der Schwerelosigkeit gibt es keine Schwerkraft, die Abfälle nach unten zieht. Stattdessen müssen sich die Astronauten mit Haltegriffen und Fußschlaufen stabilisieren. „Man muss sehr vorsichtig sein“, erklärte Orion-Managerin Branelle Rodriguez im Nasa-Podcast.
Das System trennt flüssige und feste Abfälle: Urin wird über einen Schlauch mit Trichter aufgefangen und später ins All abgegeben. Feste Stoffe werden in speziellen Behältern gesammelt, die Gerüche und Gase filtern.
Weitere Zwischenfälle während der Mission
Neben dem Toilettenproblem kam es auch kurzzeitig zu einer Störung der Kommunikation. Beim Wechsel zwischen Satelliten konnten die Astronauten zwar die Bodenstation hören, jedoch war dies umgekehrt nicht möglich. Das Problem wurde laut Nasa jedoch schnell behoben.
Die Artemis 2-Mission stellt einen historischen Schritt dar: Erstmals seit 1972 sind wieder Menschen auf dem Weg zum Mond. Die vierköpfige Crew soll den Erdtrabanten umrunden und zur Erde zurückkehren. Langfristig plant die Nasa den Aufbau einer dauerhaften Mondstation, die als Ausgangspunkt für zukünftige Missionen zum Mars dienen soll.
Die aktuellen Zwischenfälle verdeutlichen jedoch, dass auch mehr als 50 Jahre nach den Apollo-Missionen die Raumfahrt eine technische Herausforderung bleibt – selbst bei scheinbar alltäglichen Aspekten wie dem Gang zur Toilette.
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