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Millionen verdienen zu wenig: Fast acht Millionen Jobs unter 15 Euro Stundenlohn

Trotz Mindestlohn arbeiten in Deutschland Millionen Menschen weiterhin für niedrige Löhne. Neue Zahlen zeigen: Fast acht Millionen Beschäftigte verdienen weniger als 15 Euro pro Stunde – besonders betroffen sind Frauen, Minijobber und bestimmte Branchen.

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Foto: depositphotos

Millionen Beschäftigte arbeiten für niedrige Löhne

In Deutschland verdienen weiterhin Millionen Arbeitnehmer deutlich unterhalb einer Stundenvergütung von 15 Euro. Nach aktuellen Auswertungen arbeiten rund 7,9 Millionen Beschäftigte für einen Lohn unter dieser Marke.

Damit betrifft Niedriglohnarbeit einen erheblichen Teil des Arbeitsmarktes. Besonders häufig kommt sie in Branchen wie Gastronomie, Einzelhandel, Reinigung oder Logistik vor.

Frauen deutlich häufiger betroffen

Die Daten zeigen auch deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Frauen arbeiten wesentlich häufiger in schlechter bezahlten Jobs. Gründe dafür sind unter anderem Teilzeitbeschäftigung sowie Tätigkeiten in Branchen mit traditionell niedrigeren Löhnen.

Auch Minijobs und kurzfristige Beschäftigungen tragen dazu bei, dass viele Arbeitnehmer unterhalb der 15-Euro-Grenze bleiben.

Ost-West-Unterschiede weiterhin sichtbar

Ein weiteres Ergebnis der Analyse: In Ostdeutschland ist der Anteil der Beschäftigten mit niedrigen Stundenlöhnen weiterhin höher als im Westen. Obwohl sich die Löhne in den vergangenen Jahren teilweise angenähert haben, bestehen noch immer deutliche Unterschiede.

Vor allem kleinere Betriebe und bestimmte Dienstleistungsbereiche zahlen dort im Durchschnitt geringere Löhne.

Diskussion über Mindestlohn und Einkommen

Die Zahlen liefern neue Argumente für die politische Debatte über höhere Löhne und die Entwicklung des Mindestlohns. Gewerkschaften und Sozialverbände fordern seit längerem eine deutliche Anhebung, um die Kaufkraft vieler Beschäftigter zu stärken.

Gleichzeitig warnen Arbeitgeberverbände vor zusätzlichen Belastungen für Unternehmen, insbesondere in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.

TS
Quellen: n-tv.de