Eine 600-Kilogramm schwere Nasa-Sonde stürzt heute unkontrolliert auf die Erde, nachdem sie ihre Mission acht Jahre früher als geplant beendet hat. Der genaue Einschlagsort bleibt ungewiss, während die US-Weltraumbehörde den Vorgang überwacht.
Nasa-Sonde stürzt heute auf die Erde: Einschlagsort unbekannt

Nasa-Sonde stürzt heute auf die Erde: Einschlagsort unbekannt
Eine 600-Kilogramm schwere Sonde der Nasa wird heute unkontrolliert auf die Erde stürzen – und das acht Jahre früher als ursprünglich geplant. Der genaue Einschlagsort ist derzeit unbekannt.
Die Van-Allen-Sonde A, die von der US-Weltraumbehörde betrieben wird, wird voraussichtlich am heutigen Dienstag gegen 23:45 Uhr deutscher Zeit in die Erdatmosphäre eintreten. Das Zeitfenster für diesen Wiedereintritt erstreckt sich über bis zu 24 Stunden in beide Richtungen. Die Nasa und die US Space Force beobachten den Vorgang und aktualisieren ihre Prognosen kontinuierlich.
Aktive Sonnenzyklen beschleunigen den Absturz
Ursprünglich war geplant, dass beide Van-Allen-Sonden erst im Jahr 2034 zur Erde zurückkehren. Nach dem Ende der Mission im Jahr 2019 gingen Wissenschaftler noch von diesem Zeitplan aus. Allerdings verlief der aktuelle Sonnenzyklus deutlich aktiver als erwartet. Laut Nasa erreichte die Sonne im Jahr 2024 ihr solares Maximum, was zu intensiven Weltraumwetterereignissen führte.
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Diese erhöhte Sonnenaktivität führte dazu, dass sich die Erdatmosphäre stärker ausdehnte, was den Luftwiderstand für Raumfahrzeuge in niedrigen Umlaufbahnen erhöhte. Infolgedessen wurde die Van-Allen-Sonde A schneller abgebremst als zuvor berechnet und wird nun deutlich früher auf die Erde treffen.
Sieben Jahre wertvolle Messungen
Die Van-Allen-Sonden A und B wurden am 30. August 2012 ins All geschickt. Ursprünglich für eine Missionsdauer von zwei Jahren konzipiert, sammelten sie tatsächlich fast sieben Jahre lang Daten. Sie sind nach dem Physiker James Van Allen benannt, der die nach ihm benannten Strahlungsgürtel der Erde entdeckte. Diese Gürtel bestehen aus geladenen Teilchen, die im Magnetfeld der Erde gefangen sind und die Erde vor kosmischer Strahlung sowie dem Sonnenwind schützen. Für Astronauten und elektronische Geräte stellen diese Strahlungsgürtel jedoch eine Gefahr dar, weshalb Raumfahrzeuge diese Zone in der Regel so schnell wie möglich durchqueren.
Die Van-Allen-Sonden waren die ersten Raumfahrzeuge, die speziell für einen langfristigen Betrieb in diesen gefährlichen Regionen entwickelt wurden. Das von der Johns Hopkins University Applied Physics Lab betreute Nasa-Programm lieferte mehrere bedeutende Erkenntnisse, darunter den ersten Nachweis eines vorübergehenden dritten Strahlungsgürtels, der sich während Phasen starker Sonnenaktivität bilden kann.
Die gesammelten Daten tragen weiterhin zur Erforschung des Weltraumwetters bei und helfen dabei, vorherzusagen, wie Sonnenstürme Satelliten, Astronauten sowie die Infrastruktur auf der Erde, wie Kommunikations-, Navigations- und Stromnetze, beeinflussen können.
Geringe Gefahr für die Erdbevölkerung
Das Raumfahrzeug wiegt etwa 600 Kilogramm. Laut Nasa wird der Großteil der Sonde beim Eintritt in die Atmosphäre verglühen. Dennoch besteht die Möglichkeit, dass einige Bauteile den Wiedereintritt überstehen und auf die Erdoberfläche treffen. Das Risiko, dass dabei ein Mensch zu Schaden kommt, wird von der Behörde auf etwa 1 zu 4.200 geschätzt. Da die Erde zu rund 70 Prozent mit Wasser bedeckt ist, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Überreste im offenen Ozean landen.
Der genaue Einschlagsort der Trümmer kann erst kurz vor dem Ereignis zuverlässig eingegrenzt werden. Die Schwestersonde Van-Allen-Probe B wird frühestens im Jahr 2030 in die Erdatmosphäre eintreten.








