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Zahl der neu erfassten Ukraine-Flüchtlinge sinkt leicht

Deutschland registriert einen leichten Rückgang der Flüchtlingszahlen. Nach wie vor fliehen aber Tausende vor dem Krieg in ihrer Heimat, vor allem Richtung Polen.

Ukrainische Flüchtlinge stehen am Bahnhof in Przemysl im äußersten Südosten Polen.
Foto: Sergei Grits/AP/dpa

Die Zahl der in Deutschland neu ankommenden Flüchtlinge aus der Ukraine ist leicht gesunken. Wie das Bundesinnenministerium mitteilte, hat die Bundespolizei seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine die Ankunft von 238.932 Kriegsflüchtlingen festgestellt.

Das sind 6470 neu hinzugekommene Flüchtlinge mehr als am Tag zuvor. Am Montag zählte die Bundespolizei 7105 Neuankömmlinge. In der Vorwoche waren täglich jeweils mehr als zehntausend Kriegsflüchtlinge hinzugekommen.

Die vom Bundesinnenministerium veröffentlichte Zahl beschränkt sich allerdings auf Geflüchtete, die von der Bundespolizei angetroffen wurden, etwa an der österreichisch-bayerischen Grenze, an Bahnhöfen oder in Zügen. Im Regelfall gibt es keine festen Grenzkontrollen an den EU-Binnengrenzen, Ukrainer dürfen zudem ohne Visum einreisen – die Zahl der Angekommenen ist daher wahrscheinlich deutlich höher. Nicht erfasst wird außerdem, wie viele der Geflüchteten womöglich von Deutschland aus weiterreisen zu Freunden oder Verwandten in anderen Staaten.

KfW erhöht Hilfen für Kommunen

Die staatliche Förderbank KfW stockt ihre Hilfen für Kommunen zur Unterbringung der Flüchtlinge auf. Das «Sonderprogramm Flüchtlingseinrichtungen» mit besonders günstigen Krediten für Städte und Gemeinden werde angesichts hoher Nachfrage um 250 Millionen auf 500 Millionen Euro erhöht, teilte die Bankengruppe mit. Schon wenige Tage nach dem Start am 11. März hätten 46 Anträge mit einem Kreditvolumen von rund 235 Millionen Euro vorgelegen.

Je Kommune können seit Dienstag maximal 10 Millionen Euro Kredit zu einem Zins von minus 0,5 Prozent beantragt werden, hieß es. Das bedeutet, dass die Kommunen nicht die komplette Summe zurückzahlen müssen. Zum Start waren die Hilfen mit maximal 25 Millionen je Kommune und einem Zins von minus 0,75 Prozent noch großzügiger gewesen. Das Programm ist bis Jahresende befristet.

Über 2,1 Millionen Flüchtlinge in Polen

In Polen sind nach Angaben des Grenzschutzes seit dem Beginn des Kriegs in der Ukraine mehr als 2,17 Millionen Flüchtlinge aus dem Nachbarland eingetroffen. Das teilte die Behörde am Mittwoch bei Twitter mit.

Allein am Dienstag waren es demnach rund 31.000 Menschen. Dies sei ein Anstieg um etwa drei Prozent im Vergleich zum Vortag. Aus Polen in die Ukraine hätten seit Kriegsbeginn am 24. Februar etwa 285.000 Menschen die Grenze überquert.

Es gibt derzeit keine offiziellen Angaben dazu, wie viele der Kriegsflüchtlinge in Polen geblieben und wie viele bereits in andere EU-Staaten weitergereist sind. Die Ukraine – flächenmäßig das größte Land in Europa – hatte vor Beginn des russischen Angriffs mehr als 44 Millionen Einwohner. Polen und die Ukraine verbindet eine mehr als 500 Kilometer lange Staatsgrenze.

Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks haben seit Kriegsbeginn rund 3,6 Millionen Menschen die Ukraine verlassen.

dpa