An einer Gesamtschule in Kleve eskaliert ein Streit zwischen Schülern während des Ramadan. Die Schulaufsicht und das Schulministerium sind besorgt über mögliche Mobbing-Vorfälle und das Verhalten der Kinder in Bezug auf das Fasten.
Ramadan an Schule in NRW: Streit um Pausenbrote

Streit um Pausenbrote während des Ramadan an Schule in NRW
In einer Gesamtschule in Kleve, Nordrhein-Westfalen, ist es während des muslimischen Fastenmonats Ramadan zu einem Konflikt zwischen Schülern gekommen. Berichten zufolge haben sich mehrere Schüler über das Fasten und den Umgang mit Pausenbroten gestritten, was zu Besorgnis bei der Schulaufsicht führte.
Eine Mutter schilderte der Presse, dass fastende Schüler ihrem Kind gesagt hätten: „Wir haben Ramadan, du musst jetzt fasten und dein Brot in die Tonne werfen!“
Es wurde auch von Mobbingvorfällen berichtet. Als die Mutter sich an die Klassenlehrerin wandte, erhielt sie die Antwort: „Wir haben gemeinsam darüber gesprochen, dass Trinken und Essen in den Pausen weiterhin vollkommen in Ordnung ist, aber, dass die Kinder, die nicht fasten, nicht mit ihrem Essen o. Ä. provozieren sollen, da auch das vorgefallen ist.“
Die Lehrerin betonte, dass die Schüler sich im besten Fall gegenseitig nicht beim Essen oder Nichtessen beobachten sollten.
Reaktionen der Bezirksregierung auf den Ramadan-Streit
In die Situation an der Joseph-Beuys-Gesamtschule sind rund 20 Schüler im Alter von zehn bis zwölf Jahren involviert, viele von ihnen haben einen Migrationshintergrund. Berichten zufolge hätten nicht fastende Kinder muslimischen Mitschülern provokant ihre Pausenbrote gezeigt, während gläubige Schüler mit Würgegeräuschen auf das Essen der anderen reagierten.
Die Bezirksregierung, die für die Schulaufsicht zuständig ist, hat sich ebenfalls eingeschaltet. Eine Sprecherin erklärte: „Klar ist beispielsweise, dass niemand in der Schule gezwungen werden darf, seine Religion in einer bestimmten Art und Weise auszuüben. In Fällen, in denen Schülerinnen und Schüler versuchen, ihren Mitschülerinnen und -schülern religiöse Vorschriften zu machen, wird an Schulen konsequent nachgegangen.“ Die Bezirksregierung plant, den Vorfall bis spätestens Montag aufzuklären.
Schule und Schulministerium äußern sich zu den Vorwürfen
Die Joseph-Beuys-Gesamtschule hat auf ihrer Webseite eine Stellungnahme veröffentlicht, in der sie betont, dass Respekt, Toleranz und Vielfalt zu den Leitwerten der Schule gehören. Diese Werte würden derzeit von verschiedenen Seiten infrage gestellt. Die Schule sieht die Ursache in einer teilweise nicht ganz eindeutigen Kommunikation und hat bislang keine Hinweise auf ein grundlegendes Problem festgestellt. Dennoch wolle man die Hintergründe in den kommenden Tagen weiter untersuchen.
Das Schulministerium in Düsseldorf nahm die Vorwürfe ernst und betonte: „Grundlage des Schullebens an allen Schulen in Nordrhein-Westfalen ist ein respektvolles Miteinander.“ Es wird erwartet, dass die Schule und die Behörden gemeinsam an einer Lösung arbeiten, um die Situation zu klären.
Hintergrundinformationen zum Ramadan
Der Ramadan, der in diesem Jahr am 19. März endet, ist für gläubige Muslime eine Zeit des Fastens, in der sie von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang auf Essen und Trinken verzichten. Traditionell kommen die Menschen abends zusammen, um das Fasten zu brechen und gemeinsam zu essen.
- Fastenzeit: Gläubige Muslime verzichten tagsüber auf Essen und Trinken.
- Gemeinsames Fastenbrechen: Abends finden oft Zusammenkünfte statt.
- Wertschätzung von Respekt und Toleranz: Wichtige Prinzipien während des Ramadan.








