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Reform der Fluggastrechte in der EU: Das müssen Passagiere wissen

Nach langen Verhandlungen hat die EU neue Regelungen für Fluggäste verabschiedet, die insbesondere Familien und Musiker begünstigen. Die Entschädigungsregelungen bleiben bestehen, während Airlines künftig transparentere Preisinformationen zu Gepäck anbieten müssen.

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Neue Regelungen für Fluggäste in der EU: Änderungen und Verbesserungen
Łukasz Golowanow & Maciek Hypś, Konflikty.pl; edit by Chalger via Wikimedia Commons (Attribution)

Reform der Fluggastrechte in der EU

Die neuen Regelungen für Fluggäste, die nach intensiven Verhandlungen im Europäischen Parlament festgelegt wurden, sorgen für mehr Klarheit. Passagiere müssen sich nicht länger um drastische Einschnitte sorgen, stattdessen profitieren besonders Familien mit Kindern und Musiker von den neuen Bestimmungen.

Unveränderte Entschädigungsregelungen

Die Debatten um die Fluggastrechte zogen sich über mehrere Jahre hin. Letztendlich wurde entschieden, dass die bisherigen Entschädigungszahlungen bei Flugverspätungen bestehen bleiben. Reisende haben weiterhin Anspruch auf eine Entschädigung, wenn ihr Flug eine Verspätung von mindestens drei Stunden aufweist, vorausgesetzt, die Airline ist für diese Verspätung verantwortlich. Die Entschädigungen sind in verschiedenen Stufen geregelt: 250 Euro für Flüge bis 1500 Kilometer, 400 Euro für Strecken bis 3500 Kilometer und 600 Euro für längere Flüge.

Neuigkeiten bezüglich Gepäck und Sitzplatzreservierungen

Eine der wesentlichen Änderungen ist, dass Fluggesellschaften verpflichtet sind, die Preise für Flüge inklusive Handgepäck anzugeben. Dies soll den Verbrauchern helfen, die Kosten besser miteinander zu vergleichen. Der Europaabgeordnete Jan-Christoph Oetjen von der FDP hebt hervor, dass dies die Möglichkeit der Airlines, kostengünstige Tickets anzubieten, nicht einschränkt, jedoch für mehr Transparenz sorgt.

Zusätzlich dürfen Musiker ihre Instrumente künftig kostenlos an Bord bringen. Allerdings wurde die ursprüngliche Forderung, dass Passagiere ein kleines Handgepäckstück ohne zusätzliche Kosten mitnehmen können, nicht umgesetzt.

Regelungen für Kinder und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen

Ein zentraler Punkt der Einigung betrifft auch die Sitzplatzreservierung für Kinder. Diese dürfen im Flugzeug nun neben ihren Eltern sitzen, ohne dass zusätzliche Gebühren anfallen. Dies gilt ebenfalls für Passagiere mit Mobilitätseinschränkungen. Des Weiteren sind die Airlines verpflichtet, Schreibfehler in den Namen auf den Tickets kostenfrei zu korrigieren.

Informationspflicht der Airlines

Bei Problemen sind Fluggesellschaften verpflichtet, Passagiere innerhalb von 96 Stunden schriftlich über ihre Rechte und die Vorgehensweise zur Durchsetzung dieser Rechte zu informieren. Darüber hinaus werden klare Fristen für die Reaktion der Airlines auf Anfragen festgelegt.

Geltungsbereich der neuen Regelungen

Die neuen Bestimmungen gelten für Flüge von EU-Fluggesellschaften sowie für Flüge von Nicht-EU-Anbietern, die in der EU starten. Die Einigung muss noch formell vom Rat der Mitgliedstaaten sowie dem Plenum des Europäischen Parlaments genehmigt werden, was allerdings als Formalität angesehen wird.

Reaktionen auf die Einigung

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder äußerte sich positiv über die Einigung und betonte, dass Deutschland bestrebt war, einen Ausgleich zwischen dem Schutz der Verbraucher und den wirtschaftlichen Interessen der Luftfahrtbranche zu erreichen. Auch Bundesjustizministerin Stefanie Hubig begrüßte die Verbesserungen für Verbraucher, insbesondere die Transparenz bei den Gepäckpreisen sowie die Informationspflicht der Fluggesellschaften.

Bewertung der neuen Regelungen

Vertreter des Europäischen Parlaments bewerten die Einigung als bedeutenden Fortschritt, auch wenn sie nicht die umfassenden Änderungen beinhaltet, die ursprünglich angestrebt wurden. Jens Gieseke, verkehrspolitischer Sprecher der EVP-Fraktion, bezeichnete die Einigung als klare Absage an den Versuch, die Passagierrechte zu reduzieren. Die Reform soll dazu beitragen, dass mehr Reisende ihre Rechte besser durchsetzen können.

Umsetzung der neuen Regelungen

Nach Inkrafttreten der neuen Bestimmungen haben die Fluggesellschaften 12 Monate Zeit, um diese umzusetzen. Die Einigung stellt somit einen wichtigen Schritt in Richtung verbesserter Fluggastrechte in der EU dar.


Quellen: n-tv, EU-Einigung: Fluggastrechte werden erweitert, Verbraucher: Neue Rechte für Fluggäste? Das soll sich ändern, EU einigt sich im Streit um Fluggastrechte

Bildquelle: Łukasz Golowanow & Maciek Hypś, Konflikty.pl; edit by Chalger via Wikimedia Commons (Attribution)

TS