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Schweres Straßenbahn-Unglück in Mailand: Zwei Tote und zahlreiche Verletzte

Bei einem schweren Straßenbahnunglück in Mailand sind zwei Menschen ums Leben gekommen, zahlreiche weitere wurden verletzt. Die Tram entgleiste im Stadtzentrum und prallte gegen ein Gebäude. Ermittler prüfen, ob ein Schwächeanfall des Fahrers das Unglück ausgelöst haben könnte.

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Foto: NF24 / KI

In der italienischen Metropole Mailand hat sich am Freitagnachmittag, 27. Februar 2026, ein schwerer Straßenbahnunfall ereignet, bei dem zwei Menschen starben und mehrere Dutzend verletzt wurden. Die Tram der Linie 9, eine der zentralen Verkehrsverbindungen im Stadtzentrum, entgleiste und prallte gegen ein Gebäude, wie Behörden und Einsatzkräfte berichten. Der Vorfall sorgt für Entsetzen in der Stadt, die erst kürzlich Gastgeberin der Olympischen Winterspiele war.

Hergang: Tram entgleist und kollidiert mit Gebäude

Das Unglück ereignete sich gegen 16 Uhr auf der Viale Vittorio Veneto, einer stark frequentierten Straße im Zentrum Mailands. Die vollbesetzte Straßenbahn soll mit hoher Geschwindigkeit unterwegs gewesen sein, bevor sie plötzlich von den Schienen abkam und gegen die Fassade eines Gebäudes raste. Zuvor hatte sie offenbar eine Haltestelle überfahren, bevor sie entgleiste.

Augenzeugen schildern, dass die Bahn sehr schnell unterwegs war und sich vor dem Aufprall gefährlich neigte. Videos aus dem Inneren zeigen, wie Passagiere durch das Fahrzeug geschleudert wurden. Einige Opfer verglichen den Aufprall mit einem Erdbeben.

Opfer und Verletzte: Passagiere im Fokus

Bei den beiden Todesopfern handelt es sich nach Angaben der Behörden um einen 59-jährigen Italiener und einen 56-jährigen Mann aus dem Senegal, der schon längere Zeit in Italien lebte. Beide saßen zum Zeitpunkt des Unfalls in der Bahn. Insgesamt wurden etwa 40 bis über 50 Menschen verletzt, die meisten davon Passagiere der Tram. Viele wurden in Krankenhäuser gebracht; einige befinden sich nach Angaben medizinischer Stellen in ernstem Zustand, andere erlitten leichte Verletzungen.

Fahrer berichtet von Schwächegefühl

Der 61-jährige Straßenbahnfahrer, ein langjähriger Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe, wurde ebenfalls verletzt und medizinisch versorgt. Nach ersten Polizeiangaben und Auskünften in italienischen Medien erklärte er, dass er sich kurz vor dem Unfall „unwohl“ gefühlt habe. Diese Aussage lässt Ermittler vermuten, dass ein möglicher Schwächeanfall des Fahrers zur Ursache des Unglücks beigetragen haben könnte.

Im Rahmen der Untersuchungen wurde ihm routinemäßig Blut für einen Alkohol- und Drogentest entnommen, der bislang negativ ausgefallen sei. Die Staatsanwaltschaft von Mailand ermittelt nun in Richtung fahrlässiger Tötung und Körperverletzung und will auch technische Aspekte der Straßenbahn prüfen.

Sicherheitssysteme und technische Untersuchungen

Obwohl es sich bei dem verunglückten Fahrzeug um ein neues Modell gehandelt haben soll, das erst vor wenigen Monaten in Dienst gestellt wurde, wird auch geprüft, ob Sicherheitssysteme versagt haben. Moderne Straßenbahnen verfügen über automatische Systeme, die das Fahrzeug stoppen sollen, falls der Fahrer nicht in regelmäßigen Abständen bestimmte Bedienelemente betätigt. Warum diese Mechanismen in diesem Fall nicht gegriffen haben, ist Gegenstand der laufenden Untersuchung.

Reaktionen und Folgen

Der Vorfall hat in Mailand Bestürzung ausgelöst. Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten waren mit Dutzenden Fahrzeugen schnell am Unfallort und versorgten Verletzte. Die Verkehrsbetriebe ATM arbeiten eng mit der Staatsanwaltschaft zusammen, um die Unfallursache zu klären.

Bürgermeister Beppe Sala sprach von einer „tragischen Situation“ und drückte den Familien der Opfer sein Mitgefühl aus. Auch nationale Politiker, darunter die italienische Ministerpräsidentin, reagierten mit Solidaritätsbekundungen für die Betroffenen und forderten eine rasche Klärung des Unglücks.

Das Unglück wirft erneut Fragen zur Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr auf und zeigt, wie dramatisch sich technische, menschliche und medizinische Faktoren in einem solchen System vereinen können. Die Ermittlungen werden voraussichtlich mehrere Wochen dauern.

bh