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Tigermücken und Chikungunya: Neue Herausforderungen für Deutschland

Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Asiatische Tigermücke zunehmend in Europa verbreitet ist und das Risiko einer Chikungunya-Infektion in Deutschland steigt. Klimawandel und Globalisierung begünstigen die Ausbreitung dieser Krankheit, die bisher vorwiegend in tropischen Regionen auftritt.

Invasion der Tigermücken: Chikungunya-Virus erreicht laut Studie bald Deutschland
Bildquelle: Mateo Krossler auf Unsplash

Eine neue Art von Stechmücken breitet sich zunehmend in Europa aus, was das Risiko für Infektionskrankheiten erhöht, die bisher vor allem in südlichen Regionen bekannt waren. Insbesondere die Widerstandsfähigkeit dieser Insekten lässt eine Ausbreitung auch in Deutschland wahrscheinlich erscheinen.

Chikungunya-Virus könnte Mitteleuropa erreichen

Im Kontext des Klimawandels könnte Mitteleuropa schon bald als Übertragungsgebiet für das Chikungunya-Virus gelten. Laut einer aktuellen Studie ist dies vor allem auf die Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke zurückzuführen, die durch Globalisierung und Erderwärmung begünstigt wird. Neben Europa könnten auch der Osten Nordamerikas, China und Japan von dieser Infektionskrankheit betroffen sein, so die Forscher um Ye Xu von der Zhejiang Chinese Medical University in Hangzhou.

Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) und die Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) gelten als Hauptüberträger des Chikungunya-Virus. Diese Mückenart breitet sich seit Jahren in Europa aus und wird zunehmend auch in Deutschland gesichtet. Die Tigermücke kann Eier legen, die selbst bei Temperaturen bis zu minus 10 Grad Celsius überleben. „In unserer Studie spielte die Asiatische Tigermücke eine besonders wichtige Rolle und erklärte über 70 Prozent der prognostizierten Virusverbreitung“, erklärte Co-Autor Yang Wu vom Customs Technology Center in Guangzhou.

Studie stützt sich auf Klimasimulationen

Die Studie basiert auf Klimasimulationen, die bis zum Jahr 2100 reichen. Derzeit gelten 139 Länder und Regionen als Risikogebiete für das Chikungunya-Virus, was etwa 21 Prozent der weltweiten Landfläche entspricht. „Unsere Klimamodelle zeigen jedoch, dass sich das Virus weiter nach Norden in gemäßigte Regionen ausbreiten wird, insbesondere nach Nordost-Nordamerika, Mitteleuropa und Ostasien“, sagte Xu.

Vorbereitung der Gesundheitssysteme empfohlen

Die Simulationen zeigen für alle Klimaszenarien ein steigendes Risiko für die Übertragung des Chikungunya-Virus in Teilen Mitteleuropas bereits bis 2040. In den folgenden Jahrzehnten könnten immer mehr Regionen betroffen sein, darunter auch höher gelegene Gebiete. Neben Deutschland werden auch Großbritannien und Irland von der Ausbreitung betroffen sein.

„Die Bevölkerung muss nicht in Panik geraten, aber die Gesundheitssysteme sollten sich frühzeitig vorbereiten“, betonte Xu. Er empfiehlt, das Monitoring von Aedes-Mücken zu intensivieren und Ärzte zu schulen, damit sie Chikungunya-Fieber schnell erkennen können. Zudem sollten Maßnahmen zur Mückenbekämpfung verstärkt und Notfallpläne entwickelt werden. „Die Begrenzung der globalen Erwärmung und Investitionen in grundlegende Vorsorgemaßnahmen könnten die Wahrscheinlichkeit verringern, dass sich eine zukünftige Ausbreitung zu großen Ausbrüchen entwickelt“, erklärte Xu.

Symptome und Gefahren des Chikungunya-Virus

Chikungunya verursacht Fieber und starke Gelenkschmerzen. Zu den häufigsten Symptomen zählen auch Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit und Hautausschlag. In der Regel heilen diese Symptome innerhalb weniger Tage aus, jedoch können die Gelenkschmerzen in einigen Fällen Wochen, Monate oder sogar Jahre anhalten. Tödliche Verläufe sind selten, das Virus stellt jedoch eine Gefahr für chronisch Kranke, Schwangere und Säuglinge dar. Nach einer überstandenen Chikungunya-Infektion ist man nach aktuellem Kenntnisstand lebenslang immun.

In den letzten Jahren gab es bereits größere Ausbrüche in Ländern wie Italien, Frankreich und Spanien. Im Sommer des vergangenen Jahres wurden Fälle nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt registriert. Eine Ansteckung durch Mücken in Deutschland wurde bislang nicht dokumentiert.


Quellen: n-tv

Bildquelle: Bildquelle: Mateo Krossler auf Unsplash

TS