Unter einem Sportplatz in Rom entdeckten Experten ein riesiges Wespennest mit bis zu 30.000 Deutschen Wespen. Trotz vorheriger Versuche der Bekämpfung überlebte das Nest und birgt nun zahlreiche Jungköniginnen, die im nächsten Frühjahr ein neues Volk gründen könnten.
Überraschendes Überleben: 25.000 Wespen nach Feuer unter dem Sportplatz

Unter einem Sportplatz in Rom entdeckte man ein besonders großes Nest von Deutschen Wespen, in dem sich schätzungsweise 25.000 bis 30.000 Insekten befanden. Das Nest lag in einer Tiefe von etwa 70 bis 80 Zentimetern und konnte erst durch den Einsatz eines Baggers vollständig freigelegt werden.
Der Betreiber eines Bogenschützenvereins an der Via Nomentana versuchte zunächst, das Problem eigenständig zu lösen. Um die Wespen abzuschrecken, umschloss er die Stelle mit Flatterband, sprühte Insektizid und entzündete schließlich ein Feuer. Dennoch überlebte das Wespenvolk, da es viel zu tief im Erdreich verborgen war.
Nachdem sich die Situation nicht gebessert hatte, wandte sich der Verein an den Ethologen Andrea Lunerti, der für seine Einsätze im Umgang mit Wespen und Hornissen in Rom bekannt ist. Bei der Bergung des Nests stellte sein Team fest, dass es aus zahlreichen Wabenscheiben bestand.
Herausforderungen bei der Nestbergung
Die Größe und Tiefe des Nests machten es unmöglich, es mit herkömmlichen Werkzeugen wie Schaufeln oder Spitzhacken zu erreichen. Daher wurde ein Bagger eingesetzt, der die Grasnarbe abtrug und die Erdschicht über dem Nest entfernte. Während des gesamten Vorgangs trugen die Helfer spezielle Schutzanzüge, und Lunerti dokumentierte die Aktion auf seinem Instagram-Kanal.
Normalerweise nutzen Deutsche Wespen vorhandene Hohlräume, beispielsweise alte Mäuse- oder Dachsbauten. In diesem speziellen Fall hatten die Wespen jedoch selbst gegraben und eine unterirdische Plastikplane als Dach verwendet, die anfangs für einen Stein gehalten wurde.
Gefahren für Sportler und Umgebung
Die Sportanlage wird von Jugendlichen genutzt, die in unmittelbarer Nähe des Einfluglochs trainieren. Wespen sind dafür bekannt, dass sie ihren Stachel nicht verlieren und mehrfach stechen können. Ein Massenangriff kann durch Erschütterungen oder Tritte über dem Nest ausgelöst werden, was auf einem täglich genutzten Sportplatz häufig vorkommen kann.
Besonders auffällig war die Entdeckung zahlreicher Jungköniginnen im Nest, die bereit sind, den Winter zu überstehen. Jede dieser Jungköniginnen könnte im nächsten Frühjahr ein eigenes Volk gründen, wobei der Erfolg dieser Gründung stark von den Winterbedingungen abhängt.
Ursachen für die Ansiedlung in städtischen Gebieten
Die Zunahme von Wespen in städtischen Gebieten wird teilweise auf intensive Landwirtschaft zurückgeführt, die den Tieren in ländlichen Regionen die Nistplätze entzieht. Parks und Sportanlagen bieten dagegen Wärme und Nahrung, was die Ansiedlung in diesen Gebieten begünstigt.
Fakten über die Deutsche Wespe
Die Deutsche Wespe, wissenschaftlich als Vespula germanica bekannt, ist in Europa heimisch und hat sich inzwischen auf nahezu allen Kontinenten verbreitet. In Regionen mit milden Wintern können die Völker sehr groß werden. Der Guinness-Weltrekord für das größte Wespennest wurde 1963 in Neuseeland aufgestellt und beträgt 3,7 Meter in der Länge.
Im Vergleich dazu war das in Rom gefundene Nest zwar groß, jedoch nicht außergewöhnlich. In Deutschland erreichen Völker der Deutschen Wespe typischerweise Größen von 3.000 bis 4.000 Tieren, wobei in seltenen Fällen auch über 10.000 Tiere dokumentiert wurden.
Rechtliche Rahmenbedingungen und Umgang mit Wespennestern
Wer ein Wespennest entdeckt, sollte einen Abstand von zwei bis drei Metern einhalten, das Flugloch nicht verschließen und Erschütterungen vermeiden. Ein häufiger Fehler besteht im Einsatz von Insektenspray. Rechtlich betrachtet zählen Deutsche und Gemeine Wespen nicht zu den besonders geschützten Arten, sodass eine Beseitigung ohne Genehmigung möglich ist, sofern ein vernünftiger Grund vorliegt, wie etwa ein Nest in unmittelbarer Nähe zum Hauseingang.
Andernfalls kann die Beseitigung als Ordnungswidrigkeit geahndet werden, mit Bußgeldern von bis zu 10.000 Euro, während die oft genannten 50.000 Euro für besonders geschützte Arten wie Hornissen gelten. In der Regel erledigt sich das Problem von selbst, da die Völker im Oktober absterben und nur die Jungköniginnen überwintern.
Ein großes Volk kann täglich bis zu ein Pfund Insekten erbeuten, weshalb ein Wespennest im Garten nicht zwangsläufig eine Plage darstellt; vielmehr kann es auch als eine Form der natürlichen Schädlingsbekämpfung betrachtet werden.
Quellen: Berliner Zeitung, Focus
Bildquelle: Reinhold Möller Ermell via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.








