Gemäß den Statistiken des Statistikamts wird eine Person als Teil der Einwanderungsgeschichte gezählt, wenn sie seit 1950 nach Deutschland gekommen ist oder wenn diese Bedingung für beide Elternteile zutrifft.
Zahl der Menschen mit türkischen Wurzeln in Deutschland erreicht 2,6 Millionen

Im Jahr 2025 wurden in Deutschland ungefähr 2,6 Millionen Menschen gezählt, die eine türkische Einwanderungsgeschichte aufweisen. Dies entspricht einem Anteil von 3,2 Prozent an der Gesamtbevölkerung, wie das Statistische Bundesamt anlässlich des 65. Jahrestages des Anwerbeabkommens mit der Türkei bekannt gab. Von den 2,6 Millionen hatten etwa 1,5 Millionen eigenständig das Land betreten, während rund 1,2 Millionen in Deutschland das Licht der Welt erblickten.
Einordnung der Einwanderungsgeschichte
Gemäß den Statistiken des Statistikamts wird eine Person als Teil der Einwanderungsgeschichte gezählt, wenn sie seit 1950 nach Deutschland gekommen ist oder wenn diese Bedingung für beide Elternteile zutrifft. Die 1,5 Millionen aus der Türkei zugewanderten Individuen lebten im Jahr 2025 im Schnitt über 32 Jahre in Deutschland.
Motivationen für die Einwanderung und Arbeitsmarkt
Familiäre Gründe stellten das häufigste Einwanderungsmotiv dar, wobei fast zwei Drittel der Befragten dies angaben, sei es durch Familiennachzug oder die Gründung eigener Familien. Zusätzlich nannten 15 Prozent eine Erwerbstätigkeit als Hauptgrund für ihre Entscheidung. Unter den Zuwanderern befanden sich auch 125.000 ehemalige Gastarbeiter, die zwischen 1961 und dem Anwerbestopp 1973 nach Deutschland kamen.
Berufliche Integration und Erwerbstätigenquote
Die Erwerbstätigenquote der 15- bis 64-jährigen Türkeizuwanderer lag 2025 bei 61 Prozent. Im Vergleich dazu betrug der Wert in der Gesamtbevölkerung dieser Altersgruppe 77 Prozent. Menschen mit türkischer Einwanderungsgeschichte machten insgesamt 3,5 Prozent aller Erwerbstätigen aus. Besonders stark vertreten waren sie in den Bereichen Reinigung, Textil- und Lederverarbeitung sowie im Metallbau. Der Anteil in Berufen wie Recht und Verwaltung, Werbung und Marketing sowie im Bildungssektor war dagegen relativ gering.
Staatsbürgerschaft und geographische Verteilung
Im Jahr 2025 besaßen etwa die Hälfte der Menschen mit türkischer Einwanderungsgeschichte die deutsche Staatsangehörigkeit. Bei den in Deutschland geborenen Nachkommen war dieser Anteil mit fast drei Vierteln deutlich höher, während nur etwas mehr als ein Viertel der selbst Eingewanderten die deutsche Staatsbürgerschaft hatte. Die größte Ansammlung dieser Personen fand sich in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern und Hessen.
Historische Hintergründe des Anwerbeabkommens
Am 30. Oktober 1961 wurde das Anwerbeabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Türkei unterzeichnet, um den Arbeitskräftemangel während des deutschen Wirtschaftswunders zu adressieren. Bereits zuvor hatten Vereinbarungen mit Italien im Jahr 1955 sowie mit Spanien und Griechenland im Jahr 1960 stattgefunden. Ab 1963 schloss auch die DDR Verträge mit sozialistischen Ländern, um Arbeitskräfte zu rekrutieren.
Derzeitige Situation ehemaliger Arbeitsmigranten
Statistische Erhebungen zeigen, dass im Jahr 2025 noch etwa 455.000 ehemalige Arbeitsmigrantinnen und -migranten aus Gastarbeiter- und Vertragsarbeiteranwerbeländern in Deutschland wohnhaft waren. Diese Zahlen verdeutlichen die fortdauernde Präsenz und den Einfluss der türkischen Einwanderungsgeschichte auf die deutsche Gesellschaft.
Quellen: n-tv, NDR
Bildquelle: Bildquelle: Rob Curran auf Unsplash
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