In Deutschland werden weit weniger Organe gespendet als von Todkranken benötigt. Ein neuer Vorschlag vom CSU-Experten Pilsinger zielt darauf ab, dass sich alle erklären sollen.
10-Euro-Strafe für fehlende Organspende-Entscheidung?

Angesichts des Defizits an Spenderorganen in Deutschland macht der CSU-Gesundheitspolitiker Stephan Pilsinger den Vorschlag, dass die Einstellung zur Organspende in das geplante Organspenderegister eingetragen werden soll.
«Versicherte, die dieser Aufforderung trotz ausreichender Frist nicht nachkommen, sollten einen zusätzlichen Krankenkassenbeitrag von monatlich 10 Euro bezahlen, bis die Eintragung ins Register erfolgt ist», so Pilsinger in einem Brief an Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Das Schreiben lag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor, das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtete zuerst darüber.
Im Jahr 2020 wurde die Einrichtung eines Organspenderegisters beschlossen. Nach einigen Verzögerungen wird es voraussichtlich im ersten Quartal 2024 starten. Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums teilte mit, dass abschließende Testläufe bis Ende Februar, Anfang März abgeschlossen sein sollen. Im Register können Erklärungen zur Spendebereitschaft online gespeichert werden. Alle Bürgerinnen und Bürger sollen mindestens alle zehn Jahre direkt auf das Thema angesprochen werden.
Kassen sollen Menschen auffordern
Pilsinger schlug vor, dass alle Krankenkassen zukünftig all ihre Versicherten zweimal schriftlich auffordern sollen, ihren Willen zu dokumentieren. Eintragen können soll man neben der Bereitschaft und einem Nein zur Organspende auch «Ich kann mich nicht entscheiden». Pilsinger begründete dies damit, «dass es Menschen gibt, die sich nicht für oder gegen eine Organspende entscheiden können, weil sie die Dimension dieser Entscheidung aus ihrer kognitiven Fähigkeit heraus nicht erfassen können oder weil sie psychisch nicht in der Lage sind, eine selbstbestimmte Entscheidung zu treffen».
8400 Kranke warten auf Organe
Nach Pilsingers Vorstellungen soll es möglich sein, sich nicht nur bei den Krankenkassen, sondern auch bei Apotheken, Ärzten, Zahnärzten und sogar online von zu Hause aus in das Register einzutragen.
Gemäß der Deutschen Stiftung Organtransplantation warten derzeit etwa 8400 Menschen in Deutschland auf ein oder mehrere Organe. Im Vorjahr haben 965 Personen nach ihrem Ableben ein oder mehrere Organe gespendet, was einer Steigerung von 96 im Vergleich zum Vorjahr entspricht.








