Das Stelenfeld erinnert an die ermordeten Juden und mahnt zur Gegenwart. Die Arolsen Archives digitalisieren Opferdokumente unter #everynamecounts.
25 Jahre Holocaust-Mahnmal Berlin: Gedenkort der Aufklärung und Begegnung

25 Jahre nach dem Bundestagsbeschluss zur Errichtung des Holocaust-Mahnmals in Berlin hat die zugehörige Stiftung die Bedeutung des Gedenkorts gewürdigt. «Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas ist – allen Befürchtungen zum Trotz – kein Schlussstrich unter die nationalsozialistische Vergangenheit», erklärte Stiftungsdirektor Uwe Neumärker.
Das Stelenfeld südlich des Brandenburger Tors sei vielmehr ein lebendiger Ort der Aufklärung und Begegnung. Es erinnere an die sechs Millionen in der NS-Zeit ermordeten Jüdinnen und Juden und sei zugleich Mahnung für die Gegenwart.
Der Bundestag stimmte nach langen Debatten am 25. Juni 1999 der Errichtung des Mahnmals zu. Der Entwurf des US-Architekten Peter Eisenman für ein wogendes Feld von 2700 unterschiedlich hohen Betonstelen wurde umgesetzt. Die Eröffnung fand im Mai 2005 statt. Das Mahnmal ist ein beliebter Anziehungspunkt für Besucher. Allerdings gibt es an vielen der aus einem Spezialbeton gefertigten Stelen Sanierungsbedarf, da sie Risse und Schäden aufweisen.
#everynamecounts
Aus Anlass des Jahrestags wies die Stiftung auf die Mitmachaktion für ein «digitales Denkmal» der Arolsen Archives hin: Dessen Bestände über Opfer und Überlebende des Holocaust sollen digitalisiert und frei einsehbar werden unter dem Stichwort #everynamecounts (Jeder Name zählt).
Seit dem Start der Aktion 2020 wurden bereits über sechs Millionen Dokumente erfasst, aber insgesamt befinden sich 30 Millionen historische Dokumente im Archiv, wurde berichtet. Am 25. Juni planen Abgeordnete und Mitarbeiter des Bundestags, sich symbolisch für einige Stunden an der Archivarbeit zu beteiligen. Auch Schulklassen und andere Freiwillige sind dazu aufgerufen.
Die Arolsen Archives sind laut eigenen Angaben das umfangreichste Archiv weltweit über Opfer und Überlebende des Nationalsozialismus. Ursprünglich wurde die Institution als Anlaufstelle für die Suche nach Personen gegründet, die während der NS-Zeit oder des Zweiten Weltkriegs Kontakt verloren hatten.








