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29 China-Kampfjets greifen Taiwans Luftraum an

Es ist für China eine Demonstration der Macht, die Souveränität eines anderen Staates zu missachten.

China Kampfjet J-10
China Kampfjet J-10 (Archivbild)
Foto: Depositphotos

Nicht nur in Russland und der Ukraine gibt es zurzeit heftige Kämpfe, sondern auch zwischen China und Taiwan nehmen die Spannungen massiv zu.

Denn diese Woche kommandierte das Reich der Mitte mehrere Kampfjets und Schiffe in den Luftraum und die Hoheitsgewässer seines kleinen Nachbarn Taiwan, in der Nähe Japans.

Taiwan schickte eigene Kampfjets los, um die Eindringlinge aus der taiwanischen Luftverteidigungszone (Air Defense Identification Zone/ADIZ) zu vertreiben.

Die Chinesische Streitmacht bestand aus 17 Jagdbombern, sowie sechs H-6-Bombern und mehreren Spezialflugzeugen. Eins diente zur Betankung der Flieger-Staffel. Die Taiwaner warnten die Eindringlinge und überwachten die Aktivität der feindlichen Flugabwehr-Raketensysteme.

Seit zwei Jahren ereignen sich immer mehr solch chinesischer Provokationen und die Zahl der Vorfälle nimmt immer mehr zu. Laut der „Frankfurter Rundschau“ sollen dieses Jahr bereits rund 500 chinesische Kampfjets in Taiwans Luftverteidigungszone verletzt haben.

Japan machen die militärischen Drohgebärden Chinas ebenfalls Sorge. Am Montag sichtete Japan nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo drei chinesische Kriegsschiffe, die sich auf einer ungewöhnlichen Route südöstlich der japanischen Präfektur Chiba befanden. Pikanterweise kurz nach dem sieben russische Schiffe das nahe gelegene Gewässer ebenfalls durchkreuzten.

Militärmanöver: Neue Spannungen zwischen China und Taiwan

Mit Militärmanövern um Taiwan erhöht China den Druck auf die demokratische Inselrepublik und die USA.

Nach einer Mitteilung über die Übungen durch die Volksbefreiungsarmee teilte Außenamtssprecher Zhao Lijian am Freitag in Peking mit, die Manöver seien «eine Gegenreaktion auf das negative Vorgehen der USA und den jüngsten Besuch von US-Senatoren» in Taiwan.

Er verwies damit auf den überraschenden Besuch einer Delegation des amerikanischen Kongresses unter Führung des einflussreichen republikanischen Senators Lindsey Graham in Taipeh, die am Freitag mit Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen zusammentraf. China betrachtet Taiwan nur als Teil der Volksrepublik und lehnt solche offiziellen Kontakte seiner diplomatischen Partner mit der Regierung in Taipeh entschieden ab.

China: Auch Angriffe bei Manöver geübt

Nach chinesischen Militärangaben wurden bei den Manövern etwa im April im Seegebiet und Luftraum um Taiwan auch Angriffe geübt. Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine wachsen die Befürchtungen, dass auch Peking seine wiederholten Drohungen mit der Eroberung der Insel wahr machen könnte. Die USA haben sich schon vor langer Zeit selbst der Verteidigungsfähigkeit Taiwans verpflichtet und liefern Waffen.

Mit ihrem Besuch wollen die US-Kongresspolitiker die «felsenfeste» Unterstützung der USA für Taiwan demonstrieren. Bei dem Treffen mit Präsidentin Tsai äußerte Senator Graham scharfe Kritik an Peking und verwies auch auf dessen politische Rückendeckung für Russlands Präsident Wladimir Putin im Ukraine-Krieg.

«Wir beginnen damit, dass China einen höheren Preis für das bezahlt, was es überall in der Welt tut», sagte Graham. «Die Unterstützung für Putin muss mit Kosten verbunden sein.» Der Senator versicherte, dass die USA weiter an der Seite Taiwans stünden, sollte China seine Provokationen verstärken. Taiwan aufzugeben, bedeute, Demokratie, Freiheit und freien Handel aufzugeben, sagte der Senator.

Taiwan: Demokratische Allianzen stärken

«Russlands Invasion in die Ukraine beweist, dass Demokratien ihre Allianzen stärken müssen», sagte Taiwans Präsidentin. «Gemeinsam können wir uns gegenüber den Bedrohungen autoritärer Systeme verteidigen, die regionalen Frieden stören wollen.»

Trotz des chinesischen Säbelrasselns warf Pekings Außenamtssprecher vielmehr den USA vor, an den Spannungen zwischen China und Taiwan schuld zu sein, weil sie taiwanische «Unabhängigkeitskräfte» unterstützten. «Wer mit dem Feuer spielt, verbrennt sich am Ende selbst.» Die Taiwanfrage sei eine «innere Angelegenheit» Chinas, die keine ausländische Einmischung erlaube.

as, dpa
Quellen: Frankfurter Rundschau