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48-Stunden-Woche als Modell: Dulger sieht Chancen für die Arbeitswelt

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger fordert eine wöchentliche Höchstarbeitszeit von 48 Stunden für Deutschland. Er vergleicht die Situation mit Italien und Belgien, wo niedrigere Krankheitsquoten trotz längerer Arbeitszeiten herrschen.

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Italien als Vorbild: Dulger pocht auf 48-Stunden-Woche
Bildquelle: Ümit Yıldırım auf Unsplash

48 Stunden pro Woche – so lautet die Forderung von Rainer Dulger, dem Präsidenten der Arbeitgeberverbände, der sich für eine wöchentliche Höchstarbeitszeit in Deutschland stark macht. In Berlin erklärte Dulger, dass die Spielräume der europäischen Arbeitszeitrichtlinie in vielen Ländern genutzt werden, jedoch nicht in Deutschland. Er betonte: „Wenn eine wöchentliche Höchstarbeitszeit so gefährlich wäre, müssten Arbeitnehmer in Belgien und Italien reihenweise krank im Bett liegen. Tatsächlich sind ihre Krankheitsquoten niedriger als unsere.“

Aktuelle Arbeitszeitregelungen in Deutschland

Das deutsche Arbeitszeitgesetz sieht vor, dass die tägliche Arbeitszeit grundsätzlich auf acht Stunden begrenzt ist. Im Gegensatz dazu erlaubt die europäische Arbeitszeitrichtlinie eine wöchentliche Höchstarbeitszeit von 48 Stunden. In Deutschland kann die Arbeitszeit nur mit einem Ausgleich innerhalb eines halben Jahres auf bis zu zehn Stunden verlängert werden.

Dulger wies darauf hin, dass sogar eine Mehrheit der Gewerkschaftsmitglieder eine solche Regelung befürwortet. Er kritisierte das bestehende Arbeitszeitgesetz als veraltet und sagte: „Es stammt aus der Ära von Telex und Wählscheibe. Es kennt weder Notebooks noch Kita-Öffnungszeiten.“

Politische Reaktionen und Reformbedarf

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte bei einer Sommerpressekonferenz im Juli angekündigt, dass er im Herbst einen Gesetzentwurf zur Arbeitszeitreform von Arbeitsministerin Bärbel Bas erwarte. In dem Koalitionsvertrag von Union und SPD wurde bereits die Möglichkeit einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit vereinbart. Gewerkschaften warnen jedoch vor den möglichen Folgen eines Endes des Acht-Stunden-Tags.

Missbrauch von Arbeitsunfähigkeit

Zusätzlich forderte Dulger Maßnahmen gegen den Missbrauch von Arbeitsunfähigkeit. Er betonte: „Wer arbeitsunfähig ist, soll dadurch keinen finanziellen Nachteil haben. Da funktioniert unser System, und daran will niemand rütteln. Wir haben es allerdings nicht für den geschaffen, der das System ausnutzen will.“

Die Koalition hat in einem Ausschuss beschlossen, die telefonische Krankschreibung abzuschaffen. Stattdessen soll die Vorlage einer ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem ersten Krankheitstag gesetzlich vorgeschrieben werden, anstelle wie bisher erst am vierten Tag. Diese Entscheidung hat eine breite Debatte ausgelöst.

Forderung nach umfassenden Reformen

Dulger äußerte, dass die von der Koalition vereinbarten Änderungen denjenigen, die wirklich krank sind, Schutz bieten. „So wird das System vor Missbrauch geschützt“, sagte er. Er fügte hinzu: „Ein Gesetz ist aber nicht für den Regelfall da, sondern für die Ausnahme. Sonst bräuchten wir keine Regeln, sondern nur guten Willen.“

Insgesamt bekräftigte Dulger seinen Aufruf zu umfassenden Reformen. Er kritisierte, dass der Regierung derzeit „eine gelungene Erzählung“ fehle, was dazu führe, dass den Menschen etwas zugemutet werde, ohne dass ihnen klar sei, wofür.

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Quellen: n-tv

Bildquelle: Bildquelle: Ümit Yıldırım auf Unsplash

Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.

TS