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Achtung – Atomgefahr in Deutschland!

Der IAEA-Chef Rafael Grossi ist sich sicher: „Wir spielen mit dem Feuer und etwas sehr, sehr Katastrophales könnte passieren.“

Nuclear power plant Dukovany, Czech republic
Foto: depositphotos

Seit dem Einmarsch der russischen Truppen auf das Gelände des Kernkraftwerks in Saporischschja nehmen die Schreckensmeldungen kein Ende. Berichtet wurde bereits über einschlagende Geschosse, ausgebrochene Feuer, heftige Kämpfe auf dem Gelände, Fehlfunktionen und Sicherheitsrisiken.

Das Videomaterial des ersten russischen Angriffs auf das AKW weckte die Angst vor einer nuklearen Katastrophe. Schon am 4. März 2022, als die Panzer immer näher rückten, bewertete ein Krisenstab der Bundesregierung südlich von Berlin die Entwicklung der Lage. Die Gefahr: Wenn es dort zu einer Atomkatastrophe käme, könnten radioaktive Wolken aus der Ukraine in kurzer Zeit nach Deutschland ziehen.

Die Vorbereitung auf den Ernstfall

Dienstag, der 6. September 2022 – Es ist früh am Morgen und der Wind wehte nach Westen. Dies bedeutet, dass die Karten, die in dem Gremium täglich begutachtet werden, an diesem Tag besonders bedrohlich wirken. Auch die Berichte, welche an diesem Morgen in das radiologische Lagezentrum eingingen waren dramatisch:

  • „Um 1.40 Uhr Kiewer Zeit begann Artilleriebeschuss des Standorts auf dem Gelände von Block Nummer 2. Die Einheit wurde vom Netzwerk getrennt. Feuer sind am Standort zu sehen.“
  • „Artilleriegeschosse trafen Block 1, Trainingsgebäude der Spezialkräfte. Es ist wegen des anhaltenden Beschusses nicht möglich, die Feuer zu löschen.“

Zum Glück tritt an diesem Tag durch den Beschuss keine Strahlung aus. Im Laufe der letzten Monate verbesserte sich die Lage jedoch nicht – im Gegenteil. Woche für Woche befürchten Experten, dass es bald zu einem ernstzunehmenden Unfall kommen könnte.

Das Bundesamt für Strahlenschutz bewertet jede Kampfhandlung und jeden technischen Fehler genau, wie aus seinen internen Situationsdarstellungen hervorgeht. Viermal täglich berechnen die Experten die Ausbreitungen möglicher atomarer Wolken.

Das Notfallsystem der Bundesrepublik

Interne Unterlagen des Bundesamts für Strahlenschutz zeigen, dass angesichts des Kriegs in der Ukraine ein Notfallsystem der Bundesrepublik, welches nach der Atomkatastrophe in Tschernobyl 1986 eingeführt zur Debatte steht.

Schließlich können radioaktive Wolken strahlende Partikel mit sich bringen und normaler Regen kann eine Gefahr für Mensch und Tier darstellen. Noch heute wären vor allem Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion betroffen.

Für Nahrung und Futtermittel würden Höchstwerte radioaktiver Kontamination gelten. Eltern müssten sich vor allem um Babynahrung und Milchprodukte sorgen. Dies „Gefährdungsanalyse“ nennt sich das, was dem geheimen Beratungsgremium des Kanzleramts als Verschlusssache vorgelegt wird und woran Experten des Bundesamts für Strahlenschutz seit Monaten Tag für Tag arbeiten.

Wie gefährlich ist die Situation?

Der IAEA-Chef Rafael Grossi ist sich sicher „Wir spielen mit dem Feuer und etwas sehr, sehr Katastrophales könnte passieren.“ Die Situation in Saporischschja sei unhaltbar und eine Sicherheitszone um das Kernkraftwerk sei unbedingt erforderlich.

Es kommt also nicht überraschend, dass sich auch die Bundesregierung auf höchster Ebene mit dem weit entfernten Kraftwerk beschäftigt. Bislang halten Experten einen Super-GAU vom Ausmaß Tschernobyls zwar für unwahrscheinlich bis unmöglich. Nichtsdestotrotz sollte die Thematik mit Vorsicht

jw
Quellen: t-online.de