Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Ampel hält sich Aussetzen der Schuldenbremse weiter offen

Finanzpolitisches Spannungsfeld: Auf der einen Seite steht die Einhaltung der Schuldenbremse laut Haushaltsentwurf 2024, auf der anderen die unvorhersehbare Situation in der Ukraine.

«Ukrainischer Freiheitskampf darf am Ende nicht an konservativer Betrachtung von Schuldenregeln scheitern»: Dennis Rohde.
Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Die Ampel-Koalition bleibt offen für die Möglichkeit, die Schuldenbremse in diesem Jahr auszusetzen, falls eine stärkere Unterstützung der Ukraine eventuell notwendig wird.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür lägen nach seiner festen Überzeugung vor, sagte der SPD-Haushaltspolitiker Dennis Rohde in der Bundespressekonferenz in Berlin. Ein Aussetzen wäre nach Artikel 115 des Grundgesetzes bei Naturkatastrophen oder «außergewöhnlichen Notsituationen» möglich. Der am Donnerstag vom Haushaltsausschuss des Bundestags beschlossene Etat 2024 sieht vor, dass die Schuldenregel des Grundgesetzes eingehalten wird.

Ukraine-Unterstützung wichtiger als Schuldenregeln

«Wenn Krieg in der Ukraine herrscht, dann kann das nie eine Normalsituation in diesem Land sein. (…) Ich finde, dass der ukrainische Freiheitskampf am Ende nicht an konservativer Betrachtung von Schuldenregeln scheitern darf», sagte Rohde. Die politischen Rahmenbedingungen hätten es jetzt ermöglicht, die Notsituation nicht feststellen zu müssen. Das sei eine politische Einigung, zu der aber auch gehöre, dass man darüber wieder diskutieren werde, wenn es wesentliche Veränderungen gebe und die Ukraine noch stärker unterstützt werden müsse.

Es gebe im Bundeshaushalt 2024 zum Teil «schmerzhafte Einsparungen», sagte der haushaltspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Sven-Christian Kindler. Der Etat gebe aber soziale Sicherheit. «Es gibt keine Einschnitte beim Sozialstaat. Es gibt keine allgemeinen Kürzungen beim Bürgergeld.»

Der FDP-Haushaltspolitiker Otto Fricke, zeige sich erfreut, dass es gelungen sei, eine Steuerentlastung von 15 Milliarden Euro im Haushalt unterzubringen. Er verteidigte auch die Kürzung des Bundeszuschusses an die Rentenversicherung. «Es wird keine einzige Rente durch diesen Haushalt gekürzt.» Es gehe nur um die Reduzierung der Rücklage bei der Rentenversicherung, die in dieser Höhe gar nicht vom Gesetz vorgesehen sei.

Haushalt 2024 mit Ausgaben von rund 476,8 Milliarden Euro

Am Donnerstagabend hat der Haushaltsausschuss in der Bereinigungssitzung den Etatentwurf für 2024 genehmigt. Der Haushalt plant Ausgaben in Höhe von etwa 476,8 Milliarden Euro und neue Kredite von ungefähr 39 Milliarden. Dadurch soll die Schuldenbremse wieder eingehalten werden, nachdem sie jahrelang Ausnahmen hatte. Der Bundestag und der Bundesrat sollen Anfang Februar eine endgültige Entscheidung über den Haushalt 2024 treffen.

dpa