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Anhörung zu Abtreibungspille – Proteste vor Supreme-Court

In den USA ist die Abtreibungspille Mifepristone seit mehr als 20 Jahren auf dem Markt. Abtreibungsgegnern ist sie ein Dorn im Auge. Nun befasst sich das oberste Gericht des Landes mit der Arznei.

Hunderte Menschen demonstrieren vor dem Supreme Court in Washington. Dort beginnt heute eine Anhörung zur weiteren Zulassung einer Abtreibungspille.
Foto: Amanda Andrade-Rhoades/AP/dpa

Begleitet von Protesten beginnt vor dem obersten US-Gericht eine Anhörung zu Zugangsbeschränkungen für die Abtreibungspille Mifepristone. Der Fall gilt als einer der wichtigsten aktuellen Fälle zum Abtreibungsrecht in den USA. Vor dem Supreme Court in der US-Hauptstadt Washington versammelten sich Hunderte Demonstrierende.

Abtreibungsgegner und Befürworter der Pro-Choice-Bewegung, die sich für die Wahlfreiheit von Frauen einsetzt, versuchen sich mit Sprech-Chören zu übertönen. Die Atmosphäre ist etwas aufgeheizt, bleibt jedoch grundsätzlich zunächst friedlich.

Im Jahr 2000 wurde Mifepriston in den USA zugelassen und wird normalerweise zusammen mit dem Medikament Misoprostol für den Schwangerschaftsabbruch verwendet. Laut der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA ist es ein zuverlässiges Medikament. Gegner der Abtreibung haben die Zulassung von Mifepriston angefochten, um den Zugang zur medikamentösen Abtreibung zu erschweren.

«Roe vs Wade» bereits 2022 aufgehoben

Vor etwa zwei Jahren hat der Oberste Gerichtshof mit seiner konservativen Mehrheit das landesweite Recht auf Abtreibung aufgehoben. Als Folge können die Parlamente in den Bundesstaaten per Gesetz entscheiden, ob Abtreibungen erlaubt sind. Wenn die Richter den Zugang zu Mifepriston einschränken, hat dies auch Auswirkungen auf Bundesstaaten, in denen Abtreibung erlaubt ist.

«Die Menschen müssen die Möglichkeit haben, selbst zu entscheiden, was zu einem bestimmten Zeitpunkt das Beste für sie ist», sagte die 60 Jahre alte Demonstrantin Jennifer am Dienstag vor dem Gericht. Sie hoffe, dass der Supreme Court zu dem Ergebnis komme, dass die Arzneimittelbehörde FDA ein fähiges Expertengremium sei und Entscheidungen auf der Grundlage der Wissenschaft treffe. Die 25 Jahre alte Abtreibungsgegnerin Savannah Rose Deterich sagte hingegen: «Ich glaube, dass das Recht auf Leben das wichtigste aller Menschenrechte ist und dass es das wertvollste Geschenk ist, das uns gegeben wurde.»

dpa