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Anklage gegen New Yorks Bürgermeister Eric Adams erhoben

Seit 2022 ist Eric Adams Bürgermeister von New York, aber zuletzt wurden immer mehr Vorwürfe gegen den Ex-Polizisten laut. Jetzt ist Adams offiziell angeklagt – aber zurücktreten will er nicht.

Eine Anklage wegen Bundesverbrechen gegen Eric Adams wäre der «New York Times» zufolge historisch. (Archivbild)
Foto: Seth Wenig

An New Yorks Bürgermeister Eric Adams wurde Anklage erhoben: Dem 64-jährigen Demokraten werden unter anderem Bestechlichkeit, Betrug und die illegale Anwerbung und Annahme ausländischer Wahlkampfspenden vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft in der US-Millionenmetropole erklärte, die Vorwürfe reichen mindestens bis in das Jahr 2014 zurück, als Adams noch Stadtteilpräsident von Brooklyn war.

Unter anderem soll Adams Zuwendungen im Wert von mehr als 100.000 US-Dollar (etwa 90.000 Euro) rund um internationale Luxusreisen – etwa Flüge, Hotelübernachtungen und Restaurantbesuche – von verschiedenen Menschen angenommen haben, darunter auch von einem Mitarbeiter der türkischen Regierung, sagte Staatsanwalt Damian Wiliams bei einer Pressekonferenz. Im Gegenzug habe Adams beispielsweise Druck auf die Feuerwehr ausgeübt, die Brandschutzüberprüfung des türkischen Konsulats in Manhattan durchzuwinken. Adams habe «klare rote Linien» überschritten, sagte Williams. Die Untersuchung dauere an. 

«Ich werde weiter den Job machen, für den ich gewählt worden bin.» 

Adams verteidigte sich bei einer spontan einberufenen Pressekonferenz vor seinem Amtssitz Gracie Mansion, der am frühen Morgen von Ermittlern durchsucht worden war. «Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich Wahlkampfregeln und Gesetze befolge.» Er werde nicht zurücktreten. «Ich werde weiter den Job machen, für den ich gewählt worden bin.»

Schon am Vorabend war Adams auf die bevorstehende Anklage eingegangen und hatte etwaige Anschuldigungen als «komplett falsch und auf Lügen basierend» bezeichnet. Er sei «unschuldig» und werde «mit jeder Unze meiner Stärke und meines Geistes» gegen die Anschuldigungen vorgehen. Er habe immer gewusst, dass er selbst zu einem Ziel werden könnte, wenn er für die Bürger New Yorks einstehe. Es handelt sich US-Medienberichten zufolge um die erste Anklage wegen Bundesverbrechen gegen einen amtierenden New Yorker Bürgermeister in der modernen Geschichte der Millionenmetropole. 

Rücktrittsforderungen auch aus der eigenen Partei

Adams, der frühere Polizist, ist seit Januar 2022 Bürgermeister, aber bisher konnte er nicht viel erreichen. In seiner Stadtverwaltung herrschte zuletzt Turbulenz: Mehrere Mitarbeiter von Adams werden wegen verschiedener Vorwürfe untersucht, was zu zahlreichen Rücktritten führte. Die Beliebtheitswerte von Adams sind stark gesunken, und die Forderungen nach seinem Rücktritt werden immer lauter, sogar aus den eigenen Reihen.

«Ich kann nicht erkennen, wie Bürgermeister Adams New York City weiter regieren kann», schrieb Alexandra Ocasio-Cortez, eine prominente New Yorker Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus, bereits vor der offiziellen Bekanntgabe der Anklage auf X. «Zum Wohle der Stadt sollte er zurücktreten.»

Anklage gegen New Yorks Bürgermeister Eric Adams,Er soll Bestechlichkeit, Betrug und illegale Wahlkampfspenden angenommen haben. Rücktrittsforderungen werden lauter.

dpa