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AOK-Chefin hebt positive Bilanz der telefonischen Krankschreibung hervor

Die AOK-Chefin Carola Reimann plädiert für den Erhalt der telefonischen Krankschreibung und kritisiert geplante Änderungen als unsinnig. Sie sieht keinen Missbrauch und warnt vor den Folgen einer Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag.

Horst J. Meuter via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Die AOK-Bundesverbandschefin Carola Reimann spricht sich entschieden für die Beibehaltung der telefonischen Krankschreibung aus. Sie betont, dass es keinen nachweisbaren Missbrauch dieser Regelung gebe und sieht die telefonische Krankschreibung als wichtiges Instrument, insbesondere in Zeiten von Infektionswellen.

Widerstand gegen geplante Reformen

Reimann äußerte sich kritisch zu den jüngsten Vorschlägen der Politik, die eine Abschaffung der telefonischen Krankschreibung sowie die Einführung einer Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag vorsehen. Sie bezeichnete diese Maßnahmen als unsinnig und warnte vor einer Überlastung der Arztpraxen. “Wenn ab dem ersten Tag eine Krankschreibung vorliegen muss, bindet das eine unglaubliche Kapazität, die wir für die Versorgung nicht zur Verfügung haben”, erklärte sie.

Fehlende Anzeichen für Missbrauch

Die AOK-Chefin stellte klar, dass während der Corona-Pandemie keine Veränderungen im Krankschreibungsverhalten der Ärzte zu beobachten waren. “Gerade bei Infektionswellen ist die telefonische Krankschreibung ein gutes Mittel, um Ansteckungen zu vermeiden und medizinisches Personal zu schützen”, sagte Reimann. Sie sieht keinen Grund, die Regelung zu ändern.

Politische Debatte über Krankheitstage

Reimann warnte zudem davor, die Diskussion über die Anzahl der Krankheitstage zu verkürzen. Sie kritisierte, dass solche Debatten oft in einen Kontext von zu vielen Krankheitstagen und “Lifestyle-Teilzeit” eingeordnet werden. “Ich hoffe sehr, dass der nüchterne Blick auf den Vorschlag noch einmal dazu führt, dass man ihn nicht umsetzt”, fügte sie hinzu.

Prävention als Schlüssel

In der Debatte um die Zukunft der gesetzlichen Krankenversicherung forderte Reimann einen stärkeren Fokus auf Prävention. “Wir müssen bei der Prävention besser werden. Wir tun in Deutschland zu wenig dafür, dass Menschen gar nicht erst krank werden”, sagte sie. Insbesondere bei der Verfügbarkeit von Tabak und Alkohol sieht sie Handlungsbedarf und schlägt vor, gesundheitsschädliche Produkte teurer zu machen und ihre Verfügbarkeit einzuschränken.

Finanzielle Herausforderungen der Kassen

Reimann warnte auch vor steigenden Zusatzbeiträgen für die gesetzlichen Krankenkassen. Obwohl im ersten Halbjahr mehr als zwei Milliarden Euro Überschuss erzielt wurden, sei dies nur die halbe Wahrheit. Die Leistungsausgaben steigen weiterhin um sieben bis acht Prozent. “Das eigentliche Problem ist die Ausgabenseite. Die ist ungebremst dynamisch”, so Reimann.


Quellen: n-tv

Bildquelle: Horst J. Meuter via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.

TS