Shani Louk wollte am 7. Oktober mit anderen jungen Menschen tanzen und feiern – dann kam der Terrorangriff der Hamas. Nun wurde ihre Leiche im Gazastreifen gefunden.
Armee: Leiche von Deutsch-Israelin Shani Louk gefunden

Die israelische Armee hat gemäß eigenen Angaben im Gazastreifen die Leiche der Deutsch-Israelin Shani Louk entdeckt. Armeesprecher Daniel Hagari teilte dies mit. Louk wurde am 7. Oktober während des Terrorangriffs der Hamas an die Küste entführt und später für tot erklärt. Zum Zeitpunkt des beispiellosen Angriffs befand sie sich zusammen mit Hunderten anderen jungen Menschen auf dem Supernova-Festival im Süden Israels.
Neben Louk wurden dem Armeesprecher zufolge zwei weitere Leichen von Festivalbesuchern gefunden. Alle drei seien auf dem Festival ermordet worden, teilte Hagari weiter mit. Ihre Leichen wurden demnach in der Nacht bei einem Sondereinsatz der Armee und des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet im Gazastreifen geborgen. Es habe sich um einen Einsatz auf Basis von Geheimdienstinformationen gehandelt. Nach der Identifizierung der Toten seien die Familien informiert worden. «Wir werden weiterkämpfen, um die Geiseln nach Hause zu holen», sagte Hagari. Nähere Angaben zum Fundort der Leichen machte er nicht.
Vater: «Es hat sich ein Kreis geschlossen»
Der Vater von Shani, Nissim Louk, sagte dem TV-Sender Channel 13, die Familie sei am Morgen informiert worden. Die Leiche sei in einem tiefen und kühlen Tunnel im Norden des Gazastreifens gefunden worden und sei in gutem Zustand gewesen. Es sei ein «Geschenk», dass sie nun Gewissheit hätten und dass ihre Tochter friedlich beigesetzt werden könne, sagte Louk. «Es wird einen Ort geben, wo man einen Kranz niederlegen kann, vielleicht etwas zu ihrer Erinnerung bauen kann», meinte er. Es hat sich ein Kreis geschlossen», meinte er. «In ihrem Leben hat Shani Licht ausgestrahlt», sagte er über seine Tochter, die nur 22 Jahre alt wurde.
Der Vater sagte, dass sie bereits zuvor keine Hoffnung mehr hatten, dass Shani noch am Leben sein könnte. Die israelische Armee hatte bereits Ende Oktober über den Tod von Louks informiert, jedoch war das Schicksal der anderen zwei Geiseln weiterhin unklar.
Ihre Mutter Ricarda Louk sagte damals, dass ein Splitter eines Schädelknochens gefunden wurde und damit eine DNA-Probe gemacht wurde. „Wenn man an diesem inneren Schädelknochen verletzt ist, kann man nicht mehr leben“, sagte die Mutter damals. Die erforderlichen DNA-Vergleichsmaterialien wurden den Behörden bereits vor einiger Zeit von den Eltern zur Verfügung gestellt. Ein Teil der Familie lebt in Baden-Württemberg.
Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu schrieb auf der Plattform X: «Das Herz bricht wegen des großen Verlustes. Meine Frau Sara und ich trauern mit den Familien.» Er versprach, alle Geiseln – tot oder lebendig – zurückzubringen.
Geiseln schnellstmöglich zurückbringen
In einer Stellungnahme des Forums der Angehörigen der nunmehr 129 Geiseln im Gazastreifen hieß es, die Familien hätten «in tiefer Trauer und mit gebrochenem Herzen» die Mitteilung des Armeesprechers gehört. Shani Louk, Buskila und Itzik Gelernter seien «brutal getötet worden, als sie tanzten und das Leben feierten.» Alle Geiseln müssten schnellstmöglich zurückgebracht werden – «die Lebenden zur Heilung, die Ermordeten zu einem würdigen Begräbnis.»
Bilder und Videos, die nach dem Terrorangriff im Internet verbreitet wurden, zeigten den Körper der jungen Frau auf einem Pick-up der Angreifer. Die Familie hatte die junge Frau auf den Aufnahmen erkannt und bat um Hilfe von der Öffentlichkeit. Anfangs glaubte die Familie von Shani Louks, dass sie bei dem Angriff schwer am Kopf verletzt wurde, aber noch am Leben sei und sich im Gazastreifen befinde.
Das unvorstellbare Massaker der Hamas und anderer islamistischer Gruppen in Israel am 7. Oktober 2023 war der Auslöser des Gaza-Krieges. In mehreren Kibbuzim, bei zwei Festivals und bei Angriffen auf Armeeposten wurden etwa 1200 Menschen brutal ermordet und 250 weitere als Geiseln genommen. Es ist unklar, wie viele der Geiseln noch am Leben sind. Erst am Donnerstag wurden die Leichen von zwei weiteren am 7. Oktober ermordeten thailändischen Landarbeitern gefunden.








