Der Wikileaks-Gründer Julian Assange wurde vor fünf Jahren in Großbritannien festgenommen. Zum Jahrestag fordern Unterstützer seine Freilassung und warnen vor einer Auslieferung an die USA.
Assange seit fünf Jahren in Haft – Freilassung gefordert

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat die Freilassung von Wikileaks-Gründer Julian Assange gefordert, der seit fünf Jahren in Großbritannien im Gefängnis sitzt. «Julian Assange hat es gewagt, Enthüllungen über mutmaßliche Kriegsverbrechen der USA ans Licht zu bringen. Es ist inakzeptabel, dass ihm Jahre seines Lebens gestohlen wurden», teilte Generalsekretärin Agnès Callamard mit.
Assange wurde vor exakt fünf Jahren – am 11. April 2019 – verhaftet, nachdem er sich jahrelang in der ecuadorianischen Botschaft in London versteckt hatte. Die US-Regierung plant, ihn wegen Spionagevorwürfen vor Gericht zu stellen. Ihm drohen dort bis zu 175 Jahre Gefängnis.
Washington beschuldigt den Australier, geheimes Material von Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan sowie viele weitere geheime Dokumente mit der Whistleblowerin Chelsea Manning gestohlen, veröffentlicht und damit das Leben von US-Informanten gefährdet zu haben. Assange hofft noch auf ein Berufungsverfahren vor einem britischen Gericht, um seine Abschiebung zu verhindern.
Amnesty: Assange droht in USA schwerwiegende Misshandlung
Falls Assange an die USA ausgeliefert wird, warnte Amnesty davor, dass ihm schwere Misshandlungen drohen, darunter längere Einzelhaft. Die Organisation warnte vor einem katastrophalen Präzedenzfall für die weltweite Medienfreiheit und forderte die USA auf, alle Anschuldigungen gegen Assange fallen zu lassen. „Zweifelhafte diplomatische Zusicherungen der USA sind nicht vertrauenswürdig, da sie nicht rechtlich bindend und mit Schlupflöchern versehen sind“, betonte Amnesty.
Auch Australien setzt sich seit längerem bei den USA dafür ein, die Strafverfolgung gegen Assange nicht weiter voranzutreiben. US-Präsident Joe Biden ließ nun Gesprächsbereitschaft erkennen. Auf die Frage, ob die US-Regierung dem Ersuchen Australiens nachkommen werde, sagte Biden nun am Rande eines Treffens mit dem japanischen Ministerpräsidenten Fumio Kishida in Washington nach Angaben eines anwesenden Reporters: «Wir erwägen das.» Weitere Angaben machte er nicht.








