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Spanien weist Vorwürfe aus Venezuela zurück

Madrid bestreitet Beteiligung an Anschlagsplan auf Maduro. Spanien setzt auf demokratische Lösung in Venezuela.

Wurde wirklich ein Attentat auf Maduro geplant? (Foto Archiv)
Foto: Matias Delacroix/AP/dpa

Die spanische Regierung hat Vorwürfe aus Venezuela über die angebliche Beteiligung Madrids an einem Anschlagsplan auf Staatspräsident Nicolás Maduro zurückgewiesen. «Spanien setzt sich für eine demokratische und friedliche Lösung der Situation in Venezuela ein», zitierte der staatliche Fernsehsender RTVE einen Sprecher des spanischen Außenministeriums.

Venezuela hatte am Samstag die Festnahme von sechs ausländischen Staatsbürgern gemeldet, die ein Attentat auf Maduro geplant haben sollen. Bei den Festgenommenen handelt es sich um zwei Spanier, drei US-Amerikaner und einen Tschechen. Zudem seien mehr als 400 aus den USA stammende Gewehre und Pistolen beschlagnahmt worden, hieß es. Der Plan habe «Gewalt erzeugen» und das Land «destabilisieren» sollen, sagte Venezuelas Innenminister Diosdado Cabello auf einer Pressekonferenz.

Kategorisches Dementi aus Madrid

Hinter den Plänen sollen laut Cabello die Geheimdienste Spaniens, der USA und auch Oppositionsführerin María Corina Machado stehen. Der von RTVE zitierte Sprecher des Außenministeriums in Madrid bestritt das jedoch «kategorisch». «Die Regierung hat festgestellt, dass die (aus Spanien stammenden) Festgenommenen weder dem (spanischen Geheimdienst) CNI noch einer anderen staatlichen Einrichtung angehören», beteuerte er.

Die Beziehungen zwischen Venezuela, das seit elf Jahren autoritär von Maduro regiert wird, und vielen westlichen Ländern haben sich nach der Präsidentenwahl Ende Juli weiter verschlechtert. Die regierungstreue Wahlbehörde erklärte Maduro zum Sieger, während die Opposition von Wahlbetrug sprach und den Sieg für ihren Kandidaten Edmundo González reklamierte. Die USA und einige lateinamerikanische Länder erkennen González als Sieger an, während auch die EU das offizielle Ergebnis bezweifelt.

González reiste vor einer Woche nach Spanien, um politisches Asyl zu beantragen. Zuvor wurde gegen den 75-Jährigen in Venezuela ein Haftbefehl wegen Sabotage, Verschwörung und Amtsanmaßung erlassen.

In den vergangenen Tagen verschärften sich die Spannungen weiter. Die USA verhängten Sanktionen gegen mehrere Vertraute Maduros, denen sie vorwirft, einen transparenten Wahlprozess behindert zu haben. Die spanische Verteidigungsministerin Margarita Robles bezeichnete Venezuela als «Diktatur», woraufhin Caracas die Botschafterin in Madrid zu Konsultationen zurückberief und den spanischen Botschafter in Caracas einbestellte. Oppositionsführerin Machado rief am Samstagabend zu weltweiten Protesten auf.

dpa