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Australien weist iranischen Botschafter nach Angriffen aus

Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg weist Australien einen Botschafter aus: Iran soll antisemitische Attacken auf jüdische Einrichtungen im Land gesteuert haben. Auch die Botschaft im Iran schließt.

Australiens Regierung reagiert mit drastischen Maßnahmen auf die mutmaßliche Verwicklung des Iran in antisemitische Attacken.
Foto: Lukas Coch/AAP/dpa

Australien hat den iranischen Botschafter nach angeblich von Teheran gesteuerten antisemitischen Angriffen ausgewiesen und seine eigene Botschaft in Teheran geschlossen. Premierminister Anthony Albanese erklärte vor Journalisten, der Inlandsgeheimdienst ASIO habe bestätigt, dass die iranische Regierung hinter Attacken gegen die jüdische Gemeinde stehe. Betroffen waren unter anderem eine Synagoge in Melbourne und ein koscheres Restaurant in Sydney.

«Dies waren außergewöhnliche und gefährliche Akte der Aggression, orchestriert von einer fremden Nation auf australischem Boden», sagte Albanese. «Das waren Versuche, unser gesellschaftliches Miteinander zu untergraben und Zwietracht in unserer Gemeinschaft zu säen.»

Auch iranische Botschaft in Teheran geschlossen

Die Außenministerin Penny Wong betonte, dass es das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg sei, dass Canberra einen Botschafter des Landes verweise. Neben Botschafter Ahmad Sadeghi müssten drei weitere iranische Diplomaten Australien binnen sieben Tagen verlassen.

https://x.com/SBSNews/status/1960179832349671638

Die Arbeit der australischen Botschaft in Teheran wurde eingestellt, und alle Mitarbeiter befinden sich sicher in einem Drittland. Wong forderte Australier auf, den Iran zu verlassen und nicht dorthin zu reisen.

Die Revolutionsgarden nutzten laut ASIO-Chef Mike Burgess ein komplexes Netz von Stellvertretern, um ihre Beteiligung zu verschleiern. «Genau vor dieser Art von Grenzverwischung habe ich Anfang des Jahres gewarnt», sagte er. Innenminister Tony Burke ergänzte mit Blick auf die mutmaßlich vom Iran unterstützten Angriffe: «Es stimmt, dass niemand körperlich verletzt wurde. Es stimmt aber nicht, dass niemand Schaden genommen hat.»

Um welche Anschläge ging es?

Im letzten Oktober wurde in Sydney das jüdische Restaurant Lewis‘ Continental Kitchen durch einen Brandanschlag schwer beschädigt, es gab keine Verletzten. Einige Wochen später wurde in der Adass-Israel-Synagoge in Melbourne ebenfalls Feuer gelegt, wodurch erheblicher Schaden entstand. Beide Vorfälle versetzten die jüdische Gemeinschaft in Angst.

Burke kündigte auch eine Verschärfung des Strafrechts an, um die Revolutionsgarden auf eine Terrorliste setzen zu können. «Dieses Verhalten hat eine völlig inakzeptable neue Stufe erreicht», sagte der Minister.

dpa