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Bundeswehr verstärkt Engagement im Kosovo – Verteidigungsminister Pistorius auf Balkan-Reise

SPD-Politiker Pistorius führt Gespräche mit Regierungsvertretern und deutschen Soldaten der KFOR. Bundeswehr plant Verstärkung des Engagements im Kosovo aufgrund der verschlechterten Sicherheitslage.

Will mit Regierung und Soldaten sprechen: Boris Pistorius. (Archivbild)
Foto: Britta Pedersen/dpa

Der SPD-Politiker Boris Pistorius hat eine Reise auf dem Balkan begonnen, die mehrere Tage dauern wird. Er ist in Pristina gelandet, wo er Gespräche mit Regierungsvertretern und deutschen Soldaten der Nato-Schutztruppe KFOR führen wollte. Angesichts einer verschlechterten Sicherheitslage im Kosovo wird die Bundeswehr ihre Beteiligung an der KFOR verstärken.

Zum Jahreswechsel waren etwa 70 Männer und Frauen der Bundeswehr bei KFOR und beim Nato-Beraterteam (Nalt) im Einsatz. Ab April wird eine Kompanie der Bundeswehr mit rund 150 zusätzlichen Soldaten für ein Jahr im Kosovo eingesetzt.

«KFOR-Einsatz war, ist und bleibt unverzichtbar»

Der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos, Generalleutnant Bernd Schütt, hatte im Januar bei einer Kommandoübergabe in Pristina gesagt: «Der KFOR-Einsatz war, ist und bleibt für den Erhalt der Stabilität in dieser Region unverzichtbar.» Die Beteiligung an der Mission betreffe auch deutsche Sicherheitsinteressen unmittelbar.

Nach dem bewaffneten Aufstand der Kosovo-Albaner und der Nato-Intervention gegen Serbien im Jahr 1999 übernahm die UN-Administration Unmik die Verwaltung des Landes. Die KFOR erhielt im Jahr 1999 den Auftrag von den UN, für die Sicherheit im Kosovo zu sorgen und hat immer noch mehrere Tausend Soldaten dort stationiert.

Das Kosovo, das heute hauptsächlich von Albanern bewohnt wird, erklärte sich im Jahr 2008 für unabhängig. Über 100 Länder, einschließlich Deutschland, erkennen die Unabhängigkeit an, jedoch nicht Serbien, das seine ehemalige Provinz zurückfordert.

Im September des vergangenen Jahres erreichten anhaltende Spannungen einen Höhepunkt, als in der Ortschaft Banjska bei Mitrovica im Nordkosovo ein 30-köpfiger, schwer bewaffneter serbischer Kommandotrupp Kämpfe mit der kosovarischen Polizei führte. Dabei kamen drei serbische Angreifer und ein kosovarischer Polizist ums Leben. Am Wochenende kritisierte die EU Einsätze der Kosovo-Spezialpolizei gegen Einrichtungen von Serben.

dpa