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Bangladeschs Ex-Premierministerin Khaleda Zia ist tot

Sie regierte das Land nicht nur einmal und war zuletzt Oppositionsführerin in Bangladesch. Nun ist Khaleda Zia gestorben.

Khaleda Zia, hier auf einem Foto aus dem Jahr 2012 zu sehen, ist im Alter von 80 Jahren gestorben.
Foto: picture alliance / dpa

Die ehemalige Premierministerin von Bangladesch, Khaleda Zia, ist gestorben. Sie verstarb am frühen Morgen im Alter von 80 Jahren, wie ihre Partei, die Bangladesh Nationalist Party (BNP), in den sozialen Medien bekannt gab. Übergangsregierungschef Muhammad Yunus hat eine dreitägige Staatstrauer für Bangladeschs erste Frau im Amt des Premierministers ausgerufen. Sie regierte das überwiegend muslimisch geprägte Land mehrfach – zuletzt von 2001 bis 2006.

Zia sei nicht nur Anführerin einer politischen Partei gewesen, «sie stand für ein wichtiges Kapitel in der Geschichte Bangladeschs», hieß es in einer Trauerbotschaft Yunus‘ auf X. Zias Rivalität zur ebenfalls langjährigen ehemaligen Regierungschefin Sheikh Hasina war ein prägendes Moment in der jüngeren Geschichte des südasiatischen Landes, das sich 1971 nach mehrmonatigem Krieg die Unabhängigkeit von Pakistan erkämpft hatte.

Die Nachricht vom Tod Zias mache ihn traurig, schrieb Pakistans Ministerpräsident Shehbaz Sharif auf X. «Begum Zia war eine entschiedene Freundin Pakistans.» Begum wird in der Region als Titel für führende Frauen in der Gesellschaft benutzt. Indiens Premierminister Narendra Modi schrieb auf X, Zia habe einen wichtigen Beitrag für die bilateralen Beziehungen geleistet.

Parlamentswahl im Jahr 2026

Das Portal «Dhaka Tribune» berichtete unter Berufung auf Zias Arzt, sie sei während der Behandlung in einem Krankenhaus in der Hauptstadt Dhaka gestorben. Die Politikerin litt seit langem an verschiedenen gesundheitlichen Beschwerden. Laut der Nachrichtenagentur Bangladesh Sangbad Sangstha wurden zuletzt Infektionen am Herzen und in der Lunge festgestellt. 

Obwohl sie gesundheitlich angeschlagen war und ein eher zurückgezogenes Leben führte, hatte ihre Partei im November noch angekündigt, dass Zia als Kandidatin bei der Parlamentswahl im Februar 2026 antreten würde. Ihr Sohn Tarique Rahman, der letzte Woche nach 17 Jahren im Exil in seine Heimat zurückgekehrt war, wird derzeit als vielversprechender Kandidat für den Posten des Regierungschefs angesehen.

«Kompromisslose Anführerin»

Unter ihren Anhängern galt Zia galt wegen ihrer Rolle in der pro-demokratischen Bewegung in den 1990er Jahren als «kompromisslose Anführerin». Sie führte die BNP mehr als 40 Jahre an. Aus Sicht ihrer Kritiker war ihre Regierungszeit von Vorwürfen der Korruption und politischer Gewalt sowie von autoritären Tendenzen überschattet. 

Khaleda Zia stammte wie ihre politische Erzrivalin Sheikh Hasina aus einer politischen Dynastie. Sie war die Witwe des früheren Präsidenten Ziaur Rahman, der 1981 ermordet wurde.

Die Ministerpräsidentin Hasina, die zunehmend autoritär regiert, trat im August des letzten Jahres nach wochenlangen Massenprotesten mit tödlichen Zusammenstößen zurück. Nach Hasinas Flucht wurde Zia nach jahrelangem Hausarrest freigelassen. Im Jahr 2018 war sie zunächst ins Gefängnis gekommen, nachdem ihr vorgeworfen wurde, Gelder, die für Waisen bestimmt waren, veruntreut zu haben. Später wurde sie unter Hausarrest gestellt.

dpa