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Baumaßnahmen zum Schutz von Atommüll-Lager haben begonnen

Der Standort im Wendland wird kein Atommüll-Endlager. Dennoch lagern hier noch Jahrzehnte radioaktive Abfälle. Zum Schutz vor Terrorangriffen soll unter anderem eine neue Sicherungszentrale entstehen.

Nach jahrelangem Streit um den Standort Gorleben war der Salzstock im Landkreis Lüchow-Dannenberg im Jahr 2020 aus der Endlagersuche für Atommüll herausgefallen - er bleibt aber noch lange Atommüllstandort.
Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Zum Schutz des niedersächsischen Atommüll-Zwischenlagers Gorleben zum Beispiel vor Terrorattacken wird eine Schutzwand rund um die Halle mit hochradioaktiven Abfällen errichtet. Auch eine neue Sicherungszentrale soll in den nächsten drei bis dreieinhalb Jahren entstehen, wie die bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) auf dpa-Anfrage mitteilte. Über die Bauvorbereitungen hatte zunächst die «Elbe-Jeetzel-Zeitung» berichtet. 

«Der Schutz der Zwischenlager gegen Terroranschläge oder kriminelle Handlungen wird permanent neu bewertet und an sich verändernde Bedrohungslagen angepasst», sagte ein BGZ-Sprecher. Auch Maßnahmen aus dem Bereich der IT-Sicherheit und der Umbau der Hauptzufahrt zählten zu dem Projekt.

Kritik an geplanter Schutzmauer

Die geplante Schutzmauer wurde von der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg kritisiert. „Die nur 20 Zentimeter starke Decke der Halle sei der Schwachpunkt, vor allem im Fall eines Flugzeugabsturzes“, sagte der Sprecher der Bürgerinitiative, Wolfgang Ehmke.

Der Betreiber hat diese Kritik zurückgewiesen. Die Sicherheit der Zwischenlagerung wurde auch vom Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung als zuständiger Genehmigungsbehörde überprüft und bestätigt.

In Gorleben wird noch zehn Jahre Atommüll gelagert

Der Salzstock in Gorleben im Landkreis Lüchow-Dannenberg wurde im Jahr 2020 nach langjährigen Streitigkeiten über den Standort aus der Suche nach einem Endlager für Atommüll ausgeschlossen. Trotzdem bleibt Gorleben weiterhin ein Standort für Atommüll: Es gibt dort ein Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle sowie ein Lager für Transportbehälter mit hochradioaktivem Müll (Castorlager). Die Genehmigung für das Zwischenlager Gorleben läuft im Jahr 2034 aus.

Eine verlängerte Zwischenlagerung ist erforderlich, da die Bundesgesellschaft für Endlagerung frühestens in den 2040er Jahren mit der Benennung eines Endlagerstandorts für hochradioaktive Abfälle rechnet, sagte der BGZ-Sprecher. Dann wird es noch viele Jahrzehnte dauern, bis das Endlager gebaut und alle Behälter dorthin gebracht sind. In der Zwischenzeit werden die Behälter mit den hochradioaktiven Abfällen in Gorleben zwischengelagert.

dpa