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Behördenbeschäftigte oft Beschimpfungen ausgesetzt

Nicht nur an Silvester werden immer wieder Polizisten und Feuerwehrleute angegriffen. Im Alltag gibt es regelmäßig Gewalt gegen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes – vielfach online.

Beschäftigte von Jobcentern und anderen Behörden mit Kundenkontakt haben oft Sorge vor Übergriffen. (Archivfoto)
Foto: picture alliance / dpa

Viele Angestellte im öffentlichen Dienst geben an, dass sie Beschimpfungen, Bedrohungen oder öffentlichen Diffamierungen über das Internet ausgesetzt sind. Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) waren bereits 13 Prozent der Beschäftigten direkt von digitaler Gewalt betroffen. Dies geht aus einer Untersuchung hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Gewalt gegen Beschäftigte bei der Polizei, in Ordnungs- und Sozialämtern, in Jobcentern, Schulen, Krankenhäusern oder in Bus und Bahn sei «zum Alltag» geworden, erklärt der DGB anlässlich einer Konferenz zu dem Problem in Berlin. Laut der Umfrage hat ein Drittel der Beschäftigten bereits beobachtet oder erlebt, dass Kolleginnen oder Kollegen online angegriffen wurden. 

Sorge bei Beschäftigten weit verbreitet

Laut einer Studie haben etwa 30% der Beschäftigten im öffentlichen Dienst Angst davor, Opfer von Übergriffen und Anfeindungen zu werden, sei es per E-Mail oder in sozialen Netzwerken.

Beleidigungen und Beschimpfungen sind die am häufigsten genannten Vorfälle von betroffenen Beschäftigten, auch Bedrohungen treten regelmäßig auf. Eine kleine Anzahl berichtet sogar von öffentlichen Diffamierungen. Fast zwei Drittel der Betroffenen geben an, dass es keinen festgelegten Ablauf an ihrem Arbeitsplatz für solche Fälle gibt.

Folgen für die Betroffenen

Wer solche Erfahrungen gemacht hat oder sie akut befürchtet, verhält sich anders oder trägt die Erlebnisse mit sich herum. Laut der Umfrage bezeichnen sich viele als vorsichtiger gegenüber bestimmten Personengruppen oder klagen über nachlassende Konzentrationsfähigkeit und emotionale Belastung. Nur wenige entscheiden sich dazu, Beweise zu sichern oder die Polizei zu informieren.

Von einem «Alarmsignal» sprach die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack: «Digitale Gewalt verursacht weit über den eigentlichen Vorfall hinaus Schäden und beeinträchtigt die Arbeitsfähigkeit der Betroffenen langfristig.» Hannack forderte frühzeitige Gegenmaßnahmen. Digitaler Gewalt müsse man sich ebenso entschlossen entgegenstellen wie körperlichen Angriffen. 

Jeder dritte Bürger hat Übergriffe beobachtet

Die Bürgerbefragung 2025 des Beamtenbunds dbb hatte bereits den Fokus auf das Thema gerichtet. Laut Angaben von 30 Prozent der Bundesbürger wurden bereits Übergriffe auf öffentlich Beschäftigte beobachtet – also Behinderungen, Belästigungen, Beschimpfungen oder Angriffe. Im Vergleich zu den Vorjahren ist dieser Anteil leicht angestiegen.

dpa