Die Verhandlungen im Gaza-Krieg gestalten sich schwierig, da die Hamas-Führung uneinig ist. Während der Hamas-Anführer im Gazastreifen einer sechswöchigen Feuerpause zustimmen würde, fordert die politische Hamas-Führung im Exil mehr Zugeständnisse und eine dauerhafte Waffenruhe.
Gaza-Krieg: Verhandlungen stocken – Hamas uneinig über Feuerpause und Geiselfreilassung

In den aktuellen Verhandlungen im Gaza-Krieg über eine erneute Feuerpause und Freilassung weiterer Geiseln gibt es bisher keine Einigung. Die Gespräche werden durch Uneinigkeit innerhalb der Führung der islamistischen Hamas erschwert, wie das «Wall Street Journal» unter Berufung auf mit den Verhandlungen vertraute Personen in der Nacht zum Samstag berichtete. Demnach ist der Hamas-Anführer im Gazastreifen, Jihia al-Sinwar, mittlerweile bereit, einen Vorschlag für eine anfänglich sechswöchige Feuerpause zu akzeptieren. Die politische Hamas-Führung, die im Exil lebt, fordert hingegen mehr Zugeständnisse und möchte eine dauerhafte Waffenruhe aushandeln.
Die Geheimdienstchefs der USA, Israels, Ägyptens und Katars hatten Medienberichten zufolge kürzlich in Paris einen Entwurf für ein mögliches Abkommen ausgehandelt, der eine zunächst sechswöchige Feuerpause und eine schrittweise Freilassung von im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln im Austausch gegen palästinensische Gefangene vorsehe. Auch Israels Kriegskabinett hat den Vorschlag bisher nicht abgesegnet. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat deutlich gemacht, einem Abkommen «nicht um jeden Preis» zustimmen zu wollen. Man werde den Krieg nicht beenden, die Truppen nicht abziehen und für einen Geisel-Deal nicht «Tausende Terroristen» aus Gefängnissen freilassen.
US-Außenminister reist erneut in den Nahen Osten
Der US-Außenminister Antony Blinken wird erneut zu Krisengesprächen im Nahen Osten erwartet. Wie der Sprecher des Ministeriums, Matthew Miller, am Freitag (Ortszeit) in Washington mitteilte, wird er von diesem Samstag bis zum 8. Februar Saudi-Arabien, Ägypten, Katar, Israel und das Westjordanland besuchen. Diese Reise ist Blinkens fünfte im Nahen Osten seit Beginn des Gaza-Krieges vor fast vier Monaten und erfolgt im Anschluss an den umfassenden US-Militärschlag auf Ziele im Irak und in Syrien. Damit reagierte Washington auf den tödlichen Angriff proiranischer Milizen vor wenigen Tagen auf amerikanische Soldaten in Jordanien. US-Präsident Joe Biden hat bereits weitere Militäraktionen angekündigt, betonte jedoch, dass die Vereinigten Staaten keinen neuen Konflikt im Nahen Osten wollen.
Laut Miller wird Außenminister Blinken seine diplomatischen Bemühungen fortsetzen, um ein Abkommen über eine erneute Feuerpause im Gaza-Krieg zwischen Israel und der Hamas und die Freilassung aller noch in Gaza festgehaltenen Geiseln zu erreichen. Miller sagte, dass eine solche Feuerpause eine langfristige und verstärkte humanitäre Hilfe für die Zivilbevölkerung in Gaza ermöglichen solle. Blinken werde auch weiterhin daran arbeiten, eine Eskalation des Konflikts zu verhindern. Zudem wolle er die Gespräche mit den Partnern darüber fortsetzen, wie eine friedliche Lösung in der Region erreicht werden könne, die Israelis und Palästinensern gleichermaßen dauerhafte Sicherheit bietet.
Terrorangriff auf Israel
Die Hamas hat am 7. Oktober Israel mit einem beispiellosen Terrorangriff überfallen und mehr als 250 Geiseln in den Gazastreifen entführt. Es wird geschätzt, dass noch über 130 Menschen in ihrer Gewalt sind. Angehörige in Israel setzen die rechtsgerichtete Regierung von Netanjahu stark unter Druck, einen neuen Deal zur Freilassung der Entführten auszuhandeln.








