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Bericht: Türkei stellt Handel mit Israel ein

Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern sind ohnehin angespannt. Nun stellt die Türkei einem Bericht zufolge den Handel mit Israel ein. Die Reaktion folgt prompt.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan friert laut einem Bericht den Handel mit Israel ein.
Foto: Pavel Golovkin/AP/dpa

Die Türkei hat angesichts der israelischen Angriffe im Gazastreifen einem Bericht zufolge den gesamten Handel mit Israel eingestellt. Das berichtete der Finanzdienst Bloomberg unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute türkische Beamte. Israels Außenminister Israel Katz reagierte empört auf die Entscheidung. «Erdogan bricht Vereinbarungen, indem er Häfen für israelische Importe und Exporte blockiert», schrieb Katz auf der Plattform X, vormals Twitter. Sowohl das türkische Handels- als auch das Außenministerium ließen Anfragen zunächst unbeantwortet.

Die ohnehin starken Spannungen zwischen den beiden Ländern verschärfen sich weiter mit dem Handels-Stopp. Anfang April hatte die Türkei bereits Exportbeschränkungen für bestimmte Güter im Handel mit Israel erlassen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte den israelischen Militäreinsatz im Gazastreifen wiederholt scharf kritisiert und Israel «Völkermord» an den Palästinensern vorgeworfen.

Katz schrieb mit Blick auf Erdogan weiter: «Auf diese Weise verhält sich ein Diktator, die Interessen des türkischen Volkes und der Geschäftsleute missachtend.» Zudem ignoriere Ankara internationale Handelsabkommen. Israel wolle Alternativen zum Handel mit der Türkei schaffen, mit Hilfe lokaler Produktion und Importen aus anderen Ländern. «Israel wird daraus mit einer starken und kühnen Wirtschaft hervorgehen.»

Türkei will sich Völkermord-Klage anschließen

Am Mittwoch wurde bekannt gegeben, dass die Türkei plant, sich der von Südafrika eingereichten Völkermord-Klage gegen Israel anzuschließen. Die juristischen Details zu diesem Antrag werden noch abgeschlossen. Ende Dezember hat Südafrika Israel vor dem Internationalen Gerichtshof wegen angeblicher Verstöße gegen die Völkermordkonvention während des Gaza-Krieges verklagt. Das UN-Gericht ordnete in einer einstweiligen Verfügung an, dass Israel Schutzmaßnahmen ergreifen muss, um Völkermord zu verhindern.

Israel hat die Anschuldigungen des Völkermords wiederholt abgelehnt. Das Land beruft sich nach den Massakern der islamistischen Hamas und anderer extremistischer Palästinenserorganisationen am 7. Oktober 2023 auf das Recht auf Selbstverteidigung.

Laut Bloomberg betrug der Handel zwischen Israel und der Türkei im Jahr 2023 6,8 Milliarden Dollar, wobei 76 Prozent auf türkische Exporte entfielen, wie das türkische Statistikamt berichtete.

dpa