Über Monate habe die Vereinigten Staaten ihre Militärpräsenz in der Karibik erhöht. Jetzt greift das US-Militär offensichtlich Ziele in Venezuela an. Die Regierung in Caracas gibt sich kämpferisch.
USA greifen Ziele in Venezuela an – Trump bestätigt Angriff: Maduro gefasst

Die USA haben anscheinend Ziele in Venezuela angegriffen. Die Regierung in Caracas beschuldigte Washington, eine militärische Aggression gegen zivile und militärische Ziele zu verüben. Auch die US-Medien CBS News und Fox News berichteten, dass die USA Ziele in Venezuela angegriffen haben. Gemäß CBS News haben US-Beamte berichtet, dass US-Präsident Donald Trump die Angriffe genehmigt habe.
Die Angriffe stellten eine Verletzung der UN-Charta dar, hieß es in einer Mitteilung der venezolanischen Regierung. Ziel der USA sei es, sich die Bodenschätze – wie die großen Ölvorkommen – Venezuelas anzueignen und einen Regierungswechsel zu erzwingen. «Das wird ihnen nicht gelingen», hieß es in der Mitteilung. Venezuelas autoritärer Präsident Nicolás Maduro wirft der US-Regierung schon länger vor, einen Machtwechsel in Caracas erzwingen zu wollen.
Auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur verwies das Pentagon auf das Weiße Haus, das anfänglich nicht reagierte.
Trump bestätigt Venezuela-Angriff: Maduro gefasst
Die USA haben nach Angaben von Präsident Donald Trump Venezuela angegriffen und den venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro und dessen Ehefrau gefasst. Sie seien aus dem südamerikanischen Land ausgeflogen worden, teilte Trump auf seinem Online-Sprachrohr Truth Social mit.
Explosionen und Rauchsäulen über Caracas
In venezolanischen Medien und in sozialen Netzwerken wurden Aufnahmen von Explosionen und Rauchsäulen in der Hauptstadt Caracas gezeigt. Einige davon sollen im Bereich La Carlota stattgefunden haben, wo sich ein Stützpunkt der venezolanischen Luftwaffe befindet. Ein Video des Senders VPItv zeigte mehrere Hubschrauber, die über die nächtliche Stadt flogen. In der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores waren gepanzerte Fahrzeuge der venezolanischen Sicherheitskräfte zu sehen.
Der Präsident von Venezuelas Nachbarland Kolumbien, Gustavo Petro, schrieb auf X: «In diesem Moment wird Caracas bombardiert. Alarm an alle, Venezuela wurde angegriffen. Sie beschießen es mit Raketen. Die Organisation Amerikanischer Staaten und die Vereinten Nationen sollten sofort zusammentreten.»
USA haben massive Streitmacht vor Venezuela zusammengezogen
Der Konflikt zwischen den USA und Venezuela hat sich in den vergangenen Monaten verschärft. Seit September griff das US-Militär in der Karibik und im Pazifik mehrmals angeblich mit Drogen beladene Boote an. Laut Angaben der US-Regierung wurden dabei über 100 Menschen getötet.
Zuletzt hatten US-Streitkräfte Trump zufolge einen angeblichen «Drogenumschlagplatz» in Venezuela angegriffen. «Es gab eine große Explosion im Hafengebiet, wo die Boote mit Drogen beladen werden», sagte er.
Zudem bauten die US-Streitkräfte ihre Präsenz in der Karibik massiv aus. Unter anderem wurden zusätzliche Kampfflugzeuge und der weltgrößte Flugzeugträger «USS Gerald R. Ford» – begleitet von weiteren Kriegsschiffen und einem Langstreckenbomber – in die Region verlegt. Offiziell richtet sich der Einsatz «Südlicher Speer» («Southern Spear») gegen den Drogenschmuggel.
Venezuela wird jedoch nicht als Herstellungsland für Drogen angesehen, sondern als Transitland – insbesondere für den europäischen Markt. Nach Expertenmeinung ist die Streitmacht für den Kampf gegen Drogenschmuggler überdimensioniert.
Die Regierung in Washington erkennt Maduro nach den Betrugsvorwürfen bei der Wiederwahl 2024 nicht mehr als rechtmäßigen Staatschef an. Zudem beschuldigt sie ihn, in Drogengeschäfte verwickelt zu sein. Für Hinweise, die zu Maduros Festnahme führen, haben die USA eine Belohnung von bis zu 50 Millionen Dollar (rund 43 Millionen Euro) ausgesetzt.
Weltgrößte Ölreserven in Venezuela
Maduro behauptet erneut, dass die USA es auf Venezuelas riesige Ölreserven abgesehen haben. Venezuela hat mit geschätzten 303 Milliarden Barrel die größten Ölreserven der Welt. Aufgrund von Sanktionen, Missmanagement und fehlenden Investitionen bleibt die Förderung jedoch weit hinter den Möglichkeiten zurück.








