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Berliner Südwesten startet in weiteren Tag ohne Strom

Nach dem Brandanschlag auf wichtige Kabel steht Tausenden Menschen im Berliner Südwesten ein weiterer Tag ohne Strom bevor. Viele Schulen und Kitas bleiben geschlossen. Die Polizei hofft auf Zeugen.

Ein weiterer Tag ohne Strom bricht im Südwesten an. (Archivbild)
Foto: Paul Zinken/dpa

Am Montag müssen Tausende Menschen im Berliner Südwesten ohne Heizung und Strom in die erste komplette Woche des neuen Jahres starten. Dies geschieht bei Schnee und eisigen Außentemperaturen. Aufgrund eines Brandanschlags im Bezirk Steglitz-Zehlendorf bleiben zudem mehrere Schulen geschlossen. Es könnte noch tagelang dauern, bis viele Haushalte wieder mit Strom versorgt werden.

Viele Schülerinnen und Schüler beginnen den Montag nach den Weihnachtsferien nun anders als geplant. Eltern können die Notbetreuung in anderen Schulen in Anspruch nehmen. Der Senat hat noch keine Antwort darauf, wie es weitergeht. Auch Kitas sind betroffen.

Wer nicht bei Familie oder Freunden in anderen Teilen Berlins unterkommen konnte, für den bedeutet der Start in die erste komplette Woche des neuen Jahres: Bei Schnee ohne Strom, Heizung und warmes Essen zurechtkommen. Polizei und Rettungskräfte helfen, wo sie können. Auch die Bundeswehr soll unterstützen, Berlin rief dazu eine sogenannte «Großschadenslage» aus. Die Schäden am Stromnetz sind nach Angaben des Betreibers Stromnetz Berlin schwerwiegend und die Reparatur kompliziert: Erst am Donnerstagnachmittag könnten voraussichtlich alle Stromkunden wieder versorgt werden.

Stromausfall voraussichtlich noch bis Donnerstag

Der Stromausfall, der durch den Anschlag auf Kabel an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal zum Kraftwerk Lichterfelde verursacht wurde, betrifft seit dem frühen Samstagmorgen zunächst 45.000 Haushalte und mehr als 2.200 Unternehmen. Laut Stromnetz Berlin konnten inzwischen 14.000 Haushalte und 500 Gewerbekunden wieder ans Netz angeschlossen werden. Die betroffenen Stadtteile sind Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde.

Seit Sonntag ist es für Politik und Behörden klar, dass es sich um einen politisch motivierten Anschlag handelt und Linksextremisten dafür verantwortlich sind. Laut Senatorin Iris Spranger (SPD) ist ein Bekennerschreiben von mutmaßlichen Linksextremisten, das bei den Behörden eingegangen ist, authentisch.

Das lange Schreiben der mutmaßlichen Täter «Vulkangruppe» trägt die Überschrift «Den Herrschenden den Saft abdrehen». «In der Gier nach Energie wird die Erde ausgelaugt, ausgesaugt, verbrannt, geschunden, niedergebrannt, vergewaltigt, zerstört», hieß es dort. Das Gaskraftwerk in Lichterfelde sei «erfolgreich sabotiert» worden. «Stromausfälle waren nicht Ziel der Aktion, sondern die fossile Energiewirtschaft», so die Gruppe in dem Schreiben. 

Nach einem Tag wurden mehrere große Krankenhäuser in den Stadtteilen wieder an das Stromnetz angeschlossen und mussten dank Notstromaggregaten nicht evakuiert werden. Trotzdem waren auch zahlreiche Pflegeeinrichtungen und pflegebedürftige Menschen in ihren Wohnungen vom Stromausfall betroffen. Feuerwehr und Hilfsorganisationen haben Notunterkünfte eingerichtet.

dpa