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Biden kündigt Erleichterungen für Migrantengruppen an

Balanceakt im Wahljahr: US-Präsident Biden versucht beim Reizthema Migration, unterschiedlichsten Interessen gerecht zu werden. Strikten Beschränkungen sollen nun Lockerungen für manche folgen.

Anfang Juni hatte Biden die Asylregeln für Migranten, die illegal über die Südgrenze in die USA einreisen, drastisch verschärft.
Foto: Evan Vucci/AP

Nach seiner Verschärfung der Asylregeln an der US-Südgrenze hat Präsident Joe Biden nun Erleichterungen für bestimmte Migranten angekündigt, die irregulär ins Land gekommen sind. Sie betreffen Menschen, die seit mindestens zehn Jahren in den USA leben und mit amerikanischen Staatsbürgern verheiratet sind. «Es gibt schon einen Prozess für diese Leute», sagte Biden in Washington. «Aber dieser Prozess ist mühsam, riskant und er trennt Familien.»

Aktuell müssen irregulär in die USA eingereiste Partner von US-Staatsbürgern das Land verlassen, um dann von außerhalb eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung (umgangssprachlich «Greencard») zu beantragen. Die neue Regelung soll nach Angaben von Regierungsvertretern gegen Ende des Sommers in Kraft treten.

Ab dann sollen Betroffene ihren Antrag in den USA einreichen und bei ihren Familien bleiben dürfen. Sie sollen auch die Möglichkeit bekommen, während des Prozesses zu arbeiten. Biden betonte, die neue Regelung werde nur rückwirkend gelten, also «nicht für jemanden, der heute versucht, herzukommen».

Biden will «stärkste Wirtschaft mit besten Arbeitskräften»

Zeitgleich kündigte Biden auch die Lockerung von Regelungen für «Dreamer» an. So werden in den USA Migranten bezeichnet, die als Kinder mit ihren Eltern irregulär eingereist sind und unter dem sogenannten Daca-Programm zwar einen Schutzstatus genießen, aber keine US-Bürger werden können.

Ihnen sollen künftig leichter Arbeitsgenehmigungen erteilt werden, wenn sie einen Abschluss an einer US-Hochschule gemacht und ein Angebot von einem US-Arbeitgeber erhalten haben. «Ich möchte, dass hier ausgebildete Menschen ihre Fähigkeiten und Kenntnisse in Amerika einsetzen», sagte Biden. «Ich möchte weiterhin die stärkste Wirtschaft der Welt mit den besten Arbeitskräften in der Welt aufbauen.»

Der Streit über die Reform der Migrationsgesetzgebung in den USA dauert schon lange an. Im Präsidentschaftswahlkampf spielt das kontroverse Thema eine wichtige Rolle. Anfang Juni hat Biden die Asylregeln für Migranten, die illegal über die Südgrenze in die USA einreisen, deutlich verschärft. Personen, die sich nicht ordnungsgemäß an einem Grenzübergang melden, können nun teilweise ohne Bearbeitung ihres Asylantrags abgeschoben werden. Verschiedene Menschenrechtsorganisationen haben dagegen rechtliche Schritte eingeleitet.

dpa