Ein Telefonat über die Aussichten nach dem Krieg: Joe Biden glaubt an die Möglichkeit der Koexistenz eines israelischen und eines palästinensischen Staates. Doch schafft er es Netanjahu zu überzeugen?
Biden spricht mit Netanjahu über Zweistaatenlösung

Laut dem Weißen Haus hat US-Präsident Joe Biden mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu telefoniert und dabei auch seine Vorstellung einer Zweistaatenlösung dargelegt. In dem Gespräch hat Biden seine Vision eines langfristigen Friedens und kontinuierlicher Sicherheit Israels in der Region erörtert, sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates, John Kirby.
Obwohl Netanjahu seine Bedenken geäußert habe, sei Biden noch immer der festen Überzeugung, dass eine Zweistaatenlösung der richtige Weg sei. «Wir werden nicht in allen Fragen einer Meinung sein», sagte Kirby. Gute Freunde und Verbündete könnten diese Art von offenen und unumwundenen Diskussionen führen.
Netanjahu hatte im offenen Widerspruch zu den USA einen palästinensischen Staat nach Ende des Gaza-Krieges abgelehnt. Mit Blick auf eine Zweistaatenlösung auf Drängen der USA sagte Netanjahu, er müsse imstande sein, auch «nein» zu sagen, wenn es nötig ist, selbst zu besten Freunden. Kirby sagte nun, dies werde die Auffassung Bidens nicht ändern, dass die beste langfristige Lösung für die regionale Sicherheit, insbesondere die Sicherheit des israelischen Volkes, ein freier und unabhängiger palästinensischer Staat sei. Die USA würden weiter dafür werben.
Biden betont Verantwortung Israels für Zivilbevölkerung
Gemäß Angaben aus Washington wurde in dem Gespräch auch über andere Themen gesprochen, wie den Übergang der israelischen Offensive zu gezielteren Militäroperationen, die eine erhöhte humanitäre Hilfe für die Menschen im Gazastreifen ermöglichen sollen, während gleichzeitig der Druck auf die Führung der islamistischen Hamas aufrechterhalten wird. Biden betonte auch die Verantwortung Israels, den Schaden für die Zivilbevölkerung zu minimieren und Unschuldige zu schützen. Der US-Präsident begrüßte die Entscheidung der israelischen Regierung, die Lieferung von Mehl über den Hafen von Aschdod zuzulassen.
Die Teams beider Länder arbeiteten separat voneinander an Möglichkeiten, um Hilfsgüter auf dem Seeweg direkt in den Gazastreifen zu liefern.








