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Bilanz: Strahlenmaterial vielfach gestohlen oder verloren

Insgesamt sind mehr als 4200 Vorfälle bekannt, in denen strahlende Stoffe in falsche Hände gerieten. Auch 2023 ging radioaktives Material verloren. Welche Rolle spielt dabei Kriminalität?

Ein Mitarbeiter der Technischen Sondergruppe (TSG) des Bayerischen Landeskriminalamtes sucht ein Paket mit einem Alpha-, Beta-, Gamma-Strahlendetektor ab: 2023 wurden 168 Fälle gemeldet, in denen strahlende Stoffe gestohlen wurden, verloren gingen oder anderweitig in falsche Hände gerieten.
Foto: Matthias Balk/dpa

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat gefordert, den Schutz bei Transporten von radioaktivem Material zu verbessern. Im vergangenen Jahr meldeten 31 Staaten insgesamt 168 Fälle, in denen strahlende Stoffe gestohlen, verloren gegangen oder anderweitig in falsche Hände geraten waren.

Die IAEA veröffentlichte zu Beginn einer nuklearen Sicherheitskonferenz in Wien Zahlen, die zeigen, dass dies dem langjährigen Durchschnitt entspricht. Seit 1993 wurden insgesamt mehr als 4200 Vorfälle aufgezeichnet.

Wenig Kriminalität

Mehr als die Hälfte aller Diebstähle geschieht der IAEA zufolge bei der Beförderung radioaktiven Materials. Dabei handelt es sich oft um verstrahlte Metallabfälle, mit Strahlenquellen ausgestattete technische Geräte oder um medizinische Güter. «Kernmaterial und andere radioaktive Stoffe sind während des Transports nach wie vor anfällig für Sicherheitsrisiken», warnte Elena Buglova, die Chefin der IAEA-Abteilung für nukleare Sicherheit.

Laut der IAEA ist Kriminalität nur selten eindeutig im Spiel, wenn gesundheitsgefährdendes Material verschwindet. Im vergangenen Jahr wurden lediglich sechs Vorfälle mit illegalem Handel oder kriminellem Vorsatz in Verbindung gebracht. In den meisten anderen Fällen wurden radioaktive Stoffe beispielsweise ohne die erforderliche Genehmigung entsorgt oder transportiert.

Die IAEA hat in den letzten Jahren nur wenige kriminelle Vorfälle registriert, während die Anzahl der nicht-kriminellen Fälle seit den frühen 2000er Jahren gestiegen ist.

dpa