Georg Bätzing war in den vergangenen sechs Jahren das Gesicht der katholischen Kirche in Deutschland. Mit seinem entschiedenen Reformkurs machte er sich aber auch Gegner – nun tritt er nicht mehr an.
Bischofskonferenz: Bätzing tritt nicht zur Wiederwahl an

Georg Bätzing wird nicht für eine zweite Amtszeit als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz zur Verfügung stehen. Dies wurde von der Bischofskonferenz in Bonn bekannt gegeben. Der Limburger Oberhirte wurde im Jahr 2020 zum Vorsitzenden der Bischofskonferenz gewählt und hätte nach einer Amtszeit von sechs Jahren Ende Februar bei der Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe in Würzburg erneut antreten müssen.
In einem Brief an die anderen Bischöfe teilte er nun mit: «Um im Vorfeld gute diesbezügliche Überlegungen zu ermöglichen, möchte ich Euch mitteilen, dass ich für eine erneute Wahl nicht zur Verfügung stehe. Ich habe mich dazu nach Beratung und reiflicher Überlegung entschieden.»
Konservative opponierten gegen Reformer Bätzing
Bätzing war seit 2020 das Gesicht der katholischen Kirche in Deutschland und aufgrund des in dieser Zeit laufenden Reformprozesses Synodaler Weg in den Medien sehr präsent. Innerhalb der Bischofskonferenz regte sich jedoch zunehmend Widerstand gegen ihn. Der 64-Jährige setzt sich entschieden für einen Reformkurs in der katholischen Kirche ein. Er befürwortet beispielsweise, dass Frauen Diakoninnen werden dürfen – eine Vorstufe zum Priesteramt. Außerdem möchte er sogenannte Laien – normale Gläubige ohne klerikales Amt – stärker in Entscheidungen einbeziehen. Viele reformorientierte Kirchenmitglieder, wie etwa aus dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), schätzen Bätzing dafür sehr.
Dennoch stieß Bätzing mit dieser Reformpolitik auf den Widerstand konservativer Bischöfe wie Kardinal Rainer Maria Woelki aus Köln oder Rudolf Voderholzer aus Regensburg. Selbst im Lager der Gemäßigten gab es gelegentlich Verwirrung darüber, dass Bätzing sich mit deutlichen Aussagen zu kontroversen Themen positionierte. Kritiker warfen ihm vor, dies zu tun, ohne zuvor ausreichend geprüft zu haben, ob es dafür bereits eine tragfähige Mehrheit gab. Darüber hinaus galt Bätzing als nicht besonders gut vernetzt im Vatikan.
«Kollegial, wahrhaftig, hochengagiert»
Die Präsidentin den Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, bedauerte Bätzings Entschluss. «Zugleich hat dieser Schritt meinen vollen Respekt», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. «Dem ZdK war er ein kollegiales, wahrhaftiges und hochengagiertes Gegenüber. Eine integere, herzliche Persönlichkeit zeichnet Georg Bätzing aus.» Stetter-Karp erinnerte an den Synodalen Weg, den Bätzing gemeinsam mit dem ZdK organisiert hatte. Hier sei er zukunftsorientiert vorangegangen und habe zugleich mit Augenmaß agiert.








