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Umfrage: AfD und SPD liefern sich Kopf-an-Kopf-Rennen in Brandenburg

AfD knapp vor SPD – Regierungsbildung könnte kompliziert werden.

Die SPD von Ministerpräsident Woidke liegt in einer neuen Umfrage einen Punkt hinter der AfD. (Archivfoto)
Foto: Fabian Sommer/dpa

Kurz vor der Landtagswahl in Brandenburg verschärft sich der Kampf um den ersten Platz laut einer Umfrage. Die AfD liegt mit 28 Prozent nur knapp vor der SPD mit 27 Prozent, wie aus dem ZDF-Politbarometer Extra hervorgeht. Der Abstand hat sich im Vergleich zur Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen vom 13. September verringert – damals betrug der Unterschied zwischen den beiden Parteien noch 3 Prozentpunkte.

Der Verfassungsschutz Brandenburg stuft den AfD-Landesverband als rechtsextremistischen Verdachtsfall ein. Am Sonntag wird in Brandenburg ein neuer Landtag gewählt. Für die repräsentative ZDF-Umfrage hat die Forschungsgruppe Wahlen am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche 1.118 Wahlberechtigte in Brandenburg befragt.

Die CDU liegt in der aktuellen Umfrage bei 14 Prozent. Einige kleine Parteien müssen um ihren Wiedereinzug in den Landtag bangen: Die Grünen erreichen 4,5 Prozent, die Linke steht bei 4 Prozent und BVB/Freie Wähler kommen auf 3,5 Prozent. Damit liegen sie unter der Fünf-Prozent-Hürde. Aufgrund einer Klausel ist es jedoch möglich, mit mindestens einem Direktmandat ins Parlament einzuziehen, auch wenn die Fünf-Prozent-Hürde nicht erreicht wird.

Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), das erstmals bei der Landtagswahl in Brandenburg antritt, hat einen Zustimmungswert von 13 Prozent. Die anderen Parteien zusammen kommen auf 6 Prozent – keine davon erreicht die erforderlichen 3 Prozent. Allerdings sind 27 Prozent der Befragten noch unschlüssig, wen oder ob sie überhaupt wählen wollen.

Regierungschef mit guten Umfragewerten

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) regiert derzeit mit einer Koalition aus SPD, CDU und Grünen. Nach den Zahlen der neuen Umfrage würde es für eine Regierung aus SPD und CDU knapp nicht reichen – dann könnte das BSW als Koalitionspartner ins Spiel kommen. Reichen würde es den Angaben nach für eine Koalition aus AfD und SPD oder knapp für eine Regierung aus AfD und CDU. Beides gilt aber als ausgeschlossen, da SPD und CDU nicht mit der AfD zusammenarbeiten wollen. «Sollte eine der kleinen Parteien aufgrund eines Direktmandats in den Landtag einziehen, würden sich eventuell noch andere Koalitionsmöglichkeiten ergeben», teilte das ZDF zur Umfrage weiter mit. 

Falls die AfD bei der Landtagswahl den ersten Platz erreicht, plant Ministerpräsident Woidke, von seinem Amt zurückzutreten. In einer neuen ZDF-Umfrage liegt Woidke mit 59 Prozent weit vor dem AfD-Spitzenkandidaten Hans-Christoph Berndt, für den sich 16 Prozent der Befragten aussprachen. Bei den Landtagswahlen in Thüringen und Sachsen erreichte die AfD jeweils mehr als 30 Prozent. In Thüringen wurde die AfD zur stärksten Kraft. Die Regierungsbildung in Sachsen und Thüringen gestaltet sich schwierig.

Wahlumfragen sind immer mit Unsicherheiten verbunden. Abnehmende Parteibindungen und kurzfristige Wahlentscheidungen erschweren den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der Daten. Die Umfragen geben lediglich das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wieder und sind keine Prognosen für den Wahlausgang.

Auch in früheren Umfragen in Brandenburg führte die AfD – jedoch variierte der Abstand zur SPD. Im ARD-Deutschlandtrend vom 12. September waren die Sozialdemokraten mit 26 Prozent ebenfalls knapp hinter der AfD mit 27 Prozent. Laut einer Insa-Umfrage vom 17. September lag die SPD bei 25 Prozent und die AfD bei 28 Prozent.

dpa