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Bürokratische Hürden im Rettungsdienst: Warum Patienten oft auf Hilfe warten müssen

Bürokratische Hürden im Rettungsdienst führen dazu, dass Notfallsanitäter oft nicht die notwendigen Medikamente verabreichen dürfen. Experten fordern eine Reform der Notfallversorgung, um schneller helfen zu können.

Warten auf den Notarzt - Bürokratie statt schneller Hilfe
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Warten auf notwendige Hilfe: Ein aktueller Fall

Vor wenigen Wochen kam es in der Umgebung von Bielefeld zu einem besorgniserregenden Vorfall, als Dörthe Freitag aufgrund starker Bauchschmerzen zusammenbrach. Ihre Beschwerden waren so heftig, dass sie kaum noch in der Lage war zu atmen. Obwohl ihr Partner sofort den Rettungsdienst alarmierte, konnte ihr nicht die erforderliche Unterstützung geboten werden.

Bürokratische Restriktionen behindern die Versorgung

Dörthe Freitag leidet an einer Allergie gegen das Schmerzmittel, das die Notfallsanitäter im Einsatz hatten. Ein alternatives Medikament, das ihre Schmerzen hätte lindern können, durfte nicht verabreicht werden, da dies die Genehmigung eines Notarztes erforderte.

„Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich sie gefragt habe: ‚Können Sie das nicht anders regeln?‘ Die schauten sich dann so an, als wollten sie sagen: ‚Wir würden ja gerne, aber wir dürfen nicht.'“

Diese Worte verdeutlichen die frustrierende Situation, in der sich Freitag befand, da sie auf die Ankunft des Notarztes warten musste.

Kritik an den Handlungsmöglichkeiten der Sanitäter

Die Problematik im Rettungsdienst zeigt sich nicht nur in diesem Einzelfall, sondern wird von zahlreichen Notfallsanitätern bundesweit bestätigt. Diese äußern gegenüber Berichten, dass sie häufig nicht in der Lage sind, die benötigten Medikamente ohne die Aufsicht eines Notarztes zu verabreichen. Dies betrifft insbesondere die Bereitstellung von Schmerzmitteln, obwohl die entsprechenden Kenntnisse in ihrer einheitlichen Ausbildung vermittelt werden.

  • Die Regelungen im Rettungsdienst variieren je nach Bundesland.
  • Ärztliche Leiter Rettungsdienst (ÄLRD) entscheiden über die Handlungsbefugnisse der Notfallsanitäter.
  • Warten auf den Notarzt kann in einigen Fällen zu Verzögerungen bei der Schmerzbehandlung führen.

Wissenschaftliche Erkenntnisse zur Notwendigkeit von Notärzten

Forschungsdaten legen nahe, dass in vielen Fällen auf die Anwesenheit eines Notarztes verzichtet werden kann. Eine Studie von Sebastian Koch von der Ernst-Abbe-Hochschule in Jena analysierte über 50.000 Einsatzprotokolle. Die Ergebnisse, die dem Bericht vorliegen, zeigen, dass in etwa 95 Prozent der Einsätze die notwendigen medizinischen Maßnahmen von Notfallsanitätern hätten durchgeführt werden können, was die Frage aufwirft, warum die bürokratischen Hürden bestehen bleiben.

Reformbedarf im Rettungsdienst

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat Reformen im Rettungsdienst angekündigt, jedoch befürchten Experten, dass sich an den Kompetenzen der Ärztlichen Leiter zunächst nichts ändern wird. Frank Flake, der Vorsitzende des Deutschen Berufsverbandes Rettungsdienst, fordert die Kommunen auf, den Notfallsanitätern die Kompetenzen zu gewähren, die ihrer Ausbildung entsprechen.

„Wir können uns das in Zukunft schlichtweg nicht mehr leisten.“

Diese Problematik wird in der heutigen Ausgabe des Politmagazins Report Mainz thematisiert, das um 21:45 Uhr im Ersten ausgestrahlt wird.


Quellen: tagesschau

Bildquelle: Depositphotos

TS