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Bundestag beschließt höhere Tabaksteuer: Rauchen wird in Deutschland noch teurer

Auf Millionen Raucher in Deutschland kommen höhere Kosten zu. Der Bundestag hat eine weitere Anhebung der Tabaksteuer beschlossen. Damit sollen Zigaretten und andere Tabakprodukte künftig stärker besteuert werden. Die Bundesregierung will dadurch zusätzliche Einnahmen erzielen und zugleich den Tabakkonsum reduzieren. Doch welche Produkte sind betroffen und was bedeutet die Entscheidung für Verbraucher?

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Foto: depositphotos

Bundestag stimmt für höhere Tabaksteuer

Für Raucher in Deutschland zeichnet sich eine weitere finanzielle Belastung ab. Der Deutsche Bundestag hat eine Erhöhung der Tabaksteuer beschlossen. Damit setzt die Politik auf eine stärkere Besteuerung von Tabakprodukten, die sich auf die Verkaufspreise im Handel auswirken kann.

Die Entscheidung betrifft einen Markt, auf dem der Staat bereits erhebliche Einnahmen erzielt. Die Tabaksteuer gehört zu den bundesgesetzlich geregelten Verbrauchsteuern und fließt in den Bundeshaushalt. Anders als die Umsatzsteuer wird sie unmittelbar auf bestimmte Tabakwaren erhoben.

Die steuerliche Belastung ist dabei nicht für alle Produkte gleich. Bei Zigaretten setzt sich die Tabaksteuer grundsätzlich aus einem mengenbezogenen und einem preisabhängigen Anteil zusammen. Für andere Tabakwaren gelten teilweise abweichende Berechnungsregeln.

Steigen die Steuersätze, können Hersteller die zusätzlichen Kosten über höhere Verkaufspreise an die Verbraucher weitergeben. Wie stark einzelne Produkte tatsächlich teurer werden, hängt deshalb auch von der Preisgestaltung der Unternehmen ab.

Warum die Bundesregierung Tabakprodukte stärker besteuern will

Mit höheren Tabaksteuern verfolgt die Politik grundsätzlich zwei Ziele. Einerseits entstehen zusätzliche Einnahmen für den Bundeshaushalt. Andererseits sollen steigende Preise dazu beitragen, den Tabakkonsum zu verringern.

Hintergrund sind die gesundheitlichen Folgen des Rauchens. Tabakkonsum erhöht unter anderem das Risiko für Lungenkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und chronische Atemwegserkrankungen. Auch Menschen, die regelmäßig Tabakrauch ausgesetzt sind, können gesundheitliche Schäden erleiden.

Höhere Preise gelten deshalb als ein Instrument der Gesundheitspolitik. Insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen können Preissteigerungen den Einstieg in den Tabakkonsum erschweren.

Allerdings bedeutet eine höhere Steuer nicht automatisch, dass alle Raucher ihren Konsum reduzieren. Während manche Verbraucher weniger Zigaretten kaufen oder mit dem Rauchen aufhören, müssen andere für ihren unveränderten Konsum künftig mehr Geld ausgeben.

Zigarettenschachtel könnte bis 2030 fast zwölf Euro kosten

Besonders deutlich werden die geplanten Veränderungen beim Preis einer gewöhnlichen Zigarettenschachtel. Während eine Packung mit 20 Zigaretten derzeit durchschnittlich etwas mehr als acht Euro kostet, könnte der Preis bis 2030 auf knapp zwölf Euro steigen.

Die Steuererhöhungen sollen über vier Jahre verteilt erfolgen und 2027 beginnen. Nach den Berechnungen im Gesetzgebungsverfahren sind folgende durchschnittliche Verkaufspreise für eine Packung mit 20 Zigaretten vorgesehen:

JahrErwarteter Durchschnittspreis
20278,77 Euro
20289,56 Euro
202910,42 Euro
203011,36 Euro

Die Angaben stammen aus dem Regierungsentwurf. Da die Koalitionsfraktionen die Steuererhöhung im weiteren Gesetzgebungsverfahren verschärft haben, könnten die tatsächlichen Preise noch höher ausfallen. Einzelne Marken können zudem deutlich teurer sein als der Durchschnitt.

Für regelmäßige Raucher summieren sich die zusätzlichen Ausgaben erheblich. Wer täglich eine Schachtel kauft, müsste bei einem Preis von zwölf Euro rund 360 Euro im Monat bezahlen. Auf ein Jahr gerechnet wären das etwa 4.380 Euro. Bei einem heutigen Packungspreis von acht Euro entspricht das zusätzlichen Ausgaben von ungefähr 1.460 Euro jährlich.

Auch Drehtabak, Tabakerhitzer und E-Zigaretten betroffen

Die Steuererhöhung beschränkt sich nicht auf klassische Zigaretten. Auch Feinschnitt, der beispielsweise zum Selbstdrehen verwendet wird, soll stärker besteuert werden. Weitere Anpassungen betreffen Pfeifentabak, Wasserpfeifentabak, erhitzten Tabak und Substitute für Tabakwaren.

Besonders Nutzer von E-Zigaretten müssen sich auf steigende Kosten einstellen. Die Steuer auf entsprechende Liquids soll schrittweise von derzeit 32 Cent je Milliliter auf 44 Cent im Jahr 2030 angehoben werden.

Bei einer Flasche mit zehn Millilitern Inhalt kann sich die zusätzliche Steuerbelastung einschließlich der darauf entfallenden Umsatzsteuer auf rund 1,43 Euro belaufen. Ob und in welcher Höhe Hersteller und Händler diese Kosten weitergeben, hängt von ihrer Preisgestaltung ab.

Damit betrifft die Reform auch Verbraucher, die anstelle herkömmlicher Zigaretten andere nikotinhaltige Produkte verwenden.

Bundesregierung rechnet mit zwölf Milliarden Euro zusätzlichen Einnahmen

Die Bundesregierung verbindet mit der Steuerreform erhebliche finanzielle Erwartungen. Innerhalb von vier Jahren sollen rund zwölf Milliarden Euro zusätzlich in die Staatskasse fließen.

Für 2027 werden nach den verschärften Berechnungen Mehreinnahmen von ungefähr 1,5 Milliarden Euro erwartet. Bis 2030 soll dieser Betrag auf rund 4,46 Milliarden Euro jährlich steigen.

Bereits 2025 nahm der Bund durch die Tabaksteuer etwa 17,6 Milliarden Euro ein. Damit gehört die Abgabe zu den wichtigen Einnahmequellen des Bundes.

Allerdings sind die zusätzlichen Einnahmen keineswegs garantiert. Die Berechnungen hängen unter anderem davon ab, wie sich das Kaufverhalten der Verbraucher entwickelt. Wenn weniger Menschen rauchen oder verstärkt auf andere Produkte ausweichen, können die tatsächlichen Einnahmen von den Prognosen abweichen.

Tabakindustrie warnt vor wachsendem Schwarzmarkt

Aus der Tabakwirtschaft kommt deutliche Kritik an der geplanten Steuererhöhung. Branchenvertreter befürchten, dass die steigenden Preise den illegalen Handel mit Zigaretten attraktiver machen könnten.

Die Sorge besteht darin, dass Verbraucher verstärkt unversteuerte oder geschmuggelte Produkte kaufen. Dadurch könnten reguläre Händler Umsätze verlieren, während dem Staat gleichzeitig Steuereinnahmen entgehen.

Gesundheitsexperten bewerten höhere Tabaksteuern dagegen als wirksames Instrument zur Verringerung des Rauchens. Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums starben 2023 in Deutschland rund 131.000 Menschen an den Folgen tabakbedingter Erkrankungen.

Der Mikrozensus 2025 zeigt zudem, dass etwa 19 Prozent der Menschen ab 15 Jahren rauchen. Die Bundesregierung verweist deshalb neben den zusätzlichen Einnahmen ausdrücklich auf den Gesundheitsschutz.

Union und SPD stimmen zu: Bundesrat entscheidet als Nächstes

Die Erhöhung der Tabaksteuer wurde am Donnerstag, dem 15. Oktober 2026, mit den Stimmen der Regierungsfraktionen CDU/CSU und SPD beschlossen. Gegen den Gesetzentwurf stimmten die AfD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke sowie zwei Abgeordnete der Unionsfraktion.

Die Grünen hatten zusätzlich einen eigenen Entschließungsantrag eingebracht. Darin forderten sie unter anderem eine stärkere Abstimmung der Steuersätze unterschiedlicher Tabakprodukte, um das Ausweichen auf günstigere Varianten zu verhindern. Der Antrag fand jedoch keine Mehrheit.

Am Freitag, dem 16. Oktober 2026, befasst sich der Bundesrat mit der Gesetzesnovelle. Die Länderkammer kann Einspruch einlegen. Bislang gibt es allerdings keine deutlichen Hinweise darauf, dass die Bundesländer die Reform aufhalten wollen.

Sollte das Gesetzgebungsverfahren ohne weitere Änderungen abgeschlossen werden, beginnt die schrittweise Anhebung der Tabaksteuer im Jahr 2027.

TS