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Deutsche Fregatte «Hessen» im gefährlichen Einsatz im Roten Meer

Der gefährlichste Marine-Einsatz der Bundeswehr: Die «Hessen» schützt Handelsschiffe vor Huthi-Angriffen im Roten Meer, in einem Jahr können bis zu 700 Soldaten beteiligt sein.

Ein Maschinengewehr MG3 an Bord der Fregatte «Hessen».
Foto: Michael Fischer/dpa

Der Bundestag hat der Fregatte «Hessen» mit großer Mehrheit das Startsignal für ihren gefährlichen Einsatz im Roten Meer gegeben. 538 von 573 Abgeordneten stimmten für die deutsche Beteiligung an der EU-Mission «Aspides», die Handelsschiffe vor Angriffen der vom Iran hochgerüsteten Huthi-Miliz schützen soll. 31 Parlamentarier votierten dagegen, vier enthielten sich. Neben den drei Ampel-Fraktionen SPD, Grüne und FDP hatten in der Debatte auch die CDU/CSU und die AfD ihre Zustimmung signalisiert.

240 Männer und Frauen an Bord

Die «Hessen» war bereits vor gut zwei Wochen von Wilhelmshaven aus Richtung Einsatzgebiet gestartet, um sofort nach dem Bundestagsbeschluss mit der Erfüllung ihres Auftrags beginnen zu können. Der Einsatz der 240 Männer und Frauen an Bord gilt als gefährlichster Marine-Einsatz in der Geschichte der Bundeswehr. Das Mandat ist zunächst auf ein Jahr befristet. An der Mission können sich bis zu 700 Bundeswehrsoldaten beteiligen.

Die Huthi, die aus dem Jemen operieren, versuchen durch den Beschuss von Schiffen ein Ende der israelischen Angriffe im Gazastreifen zu erzwingen, die als Reaktion auf den Terrorüberfall der islamistischen Hamas am 7. Oktober erfolgten.

Der Seeweg durch das Rote Meer und den Suezkanal ist eine der bedeutendsten Handelsrouten auf globaler Ebene. Aufgrund der Huthi-Angriffe meiden große Reedereien immer mehr die kürzeste Seeverbindung zwischen Asien und Europa. Dies hat mittlerweile signifikante Auswirkungen auf die Weltwirtschaft.

Auch Belgien, Italien und Frankreich schicken Schiffe

Die USA und Großbritannien haben kürzlich Ziele der Huthi im Jemen angegriffen. Im Gegensatz dazu ist der EU-Einsatz rein defensiv ausgerichtet. Insgesamt sind 18 Länder an der Operation beteiligt. Belgien, Italien und Frankreich schicken neben Deutschland auch Schiffe ins Rote Meer.

Unmittelbar vor der Bundestagsabstimmung gaben die Huthi bekannt, dass sie ihre Angriffe ausweiten werden. „Wir setzen auf Eskalation als Antwort auf die Eskalation Israels im Gazastreifen“, sagte der Anführer der Gruppe, Abdel-Malik al-Huthi, in einer Fernsehansprache, wie der Sender Al-Masirah berichtete. Bisher wurden 48 Schiffe angegriffen. Zukünftig sollen auch Unterwasser-Waffen eingesetzt werden.

«Hessen» im «Kriegsmarsch» unterwegs

Die «Hessen» wird ab sofort bis Ende April «im Kriegsmarsch» unterwegs sein. Das bedeutet, dass die Besatzung rund um die Uhr in sechsstündigen Schichten in Alarmbereitschaft ist und damit für alle möglichen Attacken gewappnet – sei es mit ballistischen Raketen, Drohnen oder auch Kamikaze-Speedbooten mit Sprengladungen.

«Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass auch wir als Ziel betrachtet werden», sagte der Kommandant, Fregattenkapitän Volker Kübsch, am Montag bei einem Besuch von Verteidigungsminister Boris Pistorius auf der Fregatte.

Die Fregatte «Hessen» wurde speziell für den Geleitschutz und die Seeraumkontrolle konzipiert. Mit ihrem Radar kann sie einen Luftraum von der Größe der gesamten Nordsee überwachen – 350 Kilometer in alle Richtungen. Ihre Flugabwehrraketen reichen mehr als 160 Kilometer weit. An Bord sind neben der Stammbesatzung und zwei Hubschraubern auch weitere Einsatzkräfte, darunter ein Ärzteteam und ein Militärpfarrer.

dpa