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Correctiv präsentiert Recherche zu rechtsradikalem Treffen

Der Bericht des Medienhauses hatte bereits in der vergangenen Woche heftige politische Reaktionen ausgelöst. Bei einer szenischen Lesung präsentiert Correctiv nun einige neue Details und Vorwürfe.

Bei einer szenischen Lesung auf der Bühne des Berliner Ensemble präsentiert Correctiv Details zu einem Treffen von AfD-Politikern, Rechtsextremisten und Unternehmern.
Foto: Carsten Koall/dpa

Eine Woche nachdem die Informationen über ein Treffen von rechten Aktivisten mit Politikern der AfD und der CDU in Potsdam bekannt wurden, hat das Medienhaus Correctiv seine Recherchen im Berliner Ensemble vorgestellt.

Die Redaktion veröffentlichte am Mittwochabend bei einer szenischen Lesung zudem einige neue Details und Vorwürfe gegen einen Teilnehmer des Treffens. Es handelt sich um Aktionen gegen linke Aktivisten. Die Person wurde von der Deutschen Presse-Agentur kontaktiert und um Stellungnahme gebeten.

Publikum: «Zusammen gegen den Faschismus»

Die übrigen nun vor Publikum präsentierten Informationen sind seit voriger Woche bekannt. Correctiv hatte über ein von rechten Aktivisten organisiertes Treffen in einer Potsdamer Villa vom 25. November berichtet. Der frühere Kopf der rechtsextremen Identitären Bewegung in Österreich, Martin Sellner, hatte dort nach eigenen Angaben über «Remigration» gesprochen.

Wenn Rechtsextremisten den Ausdruck verwenden, beabsichtigen sie normalerweise, dass eine beträchtliche Anzahl von Personen mit ausländischem Hintergrund das Land verlassen sollte – sogar unter Zwang. An dem Treffen nahmen AfD-Funktionäre sowie einzelne Mitglieder der CDU und der erzkonservativen Werteunion teil.

Die Zuschauer im ausverkauften Berliner Ensemble spendeten nach der Lesung, bei der Schauspieler mit verteilten Rollen die Rechercheergebnisse vortrugen, minutenlang Applaus. Aus dem Publikum gab es zudem Sprechchöre: «Alle zusammen gegen den Faschismus.»

Proteste in Deutschland

Der Bericht von Correctiv hatte starke politische Reaktionen hervorgerufen. In den letzten Tagen haben Tausende in verschiedenen deutschen Städten gegen Rechtsextremismus protestiert. Am Mittwochabend waren es in Berlin 3500.

Bundeskanzler Olaf Scholz hatte den Demonstranten ausdrücklich gedankt, dass sie «gegen Rassismus, Hetze und für unsere freiheitliche Demokratie» auf die Straße gehen. «Das macht Mut und zeigt: Wir Demokratinnen und Demokraten sind viele – viel mehr als diejenigen, die spalten wollen», schrieb der SPD-Politiker auf X, vormals Twitter.

dpa