Rauchen im Auto soll verboten werden, wenn Kinder mitfahren: Die Krankenkasse DAK und mehrere Politiker fordern strengere Regeln zum Schutz Minderjähriger. Neue Zahlen zeigen, wie häufig Kinder im Auto dem gefährlichen Passivrauch ausgesetzt sind – die politische Debatte nimmt erneut Fahrt auf.
DAK und Politiker fordern Rauchverbot im Auto zum Schutz von Kindern

Gesundheitsexperten und Politiker wenden sich erneut gegen das Rauchen im Auto, wenn Kinder mitfahren: Die Krankenkasse DAK Gesundheit und Schleswig-Holsteins Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken (CDU) fordern ein gesetzliches Rauchverbot in Fahrzeugen bei Anwesenheit von Minderjährigen. Damit soll Passivrauch und seine gesundheitlichen Risiken für Kinder und Jugendliche reduziert werden.
Zahlen belegen hohen Passivrauch-Anteil
Nach Daten aus dem aktuellen DAK-Präventionsradar sind in Deutschland mehr als 750.000 Kinder und Jugendliche häufig oder regelmäßig dem Rauch ausgesetzt, wenn sie mit im Auto sitzen. Rund 10,9 % der befragten Schulkinder gaben an, oft Rauch im Auto zu erleben, weitere 36 % zumindest gelegentlich. Diese Zahlen beruhen auf einer Befragung von mehr als 26.500 Schülerinnen und Schülern in 14 Bundesländern während des Schuljahres 2024/2025.
Untersuchungen zeigen zudem, dass Kinder aus Haushalten mit niedrigerem sozialen Status noch häufiger Passivrauch im Auto ausgesetzt sind als Gleichaltrige aus sozial besser gestellten Familien.
Gesundheitsrisiken für Kinder im Fokus
Experten betonen, dass in geschlossenen Fahrzeugen die Konzentration von Tabakrauch sehr hoch sein kann, selbst wenn Fenster geöffnet sind. Passivrauch enthält hunderte giftige und zahlreiche krebserregende Substanzen, die insbesondere bei Kindern gesundheitliche Folgen wie Atemwegserkrankungen, geschädigte Lungenfunktion oder ein erhöhtes Risiko für Nikotinabhängigkeit begünstigen können.
DAK-Vorstandschef Andreas Storm erklärte, Kinder seien besonders gefährdet und bräuchten gesetzlichen Schutz. Schleswig-Holsteins Gesundheitsministerin von der Decken wies darauf hin, dass in anderen europäischen Ländern Rauchverbote in Autos mit Minderjährigen oder Schwangeren bereits Realität seien.
Politische Debatte und gesetzgeberischer Spielraum
Ein bundesweites Rauchverbot in privaten Pkw erfordert eine Änderung des Bundesnichtraucherschutzgesetzes, wofür allein der Bundesgesetzgeber zuständig ist. Der Bundesrat hatte sich wiederholt für entsprechende Initiativen ausgesprochen und zuletzt im September 2025 einen entsprechenden Antrag eingebracht. Dennoch ist bislang keine verbindliche Regelung auf Bundesebene in Kraft getreten.
Während Befürworter auf den dringenden Schutz vulnerabler Gruppen pochen, argumentieren Kritiker, dass ein solches Verbot in den privaten Raum eingreife. Die rechtliche Grundlage und verfassungsrechtliche Fragen werden dabei weiterhin kontrovers diskutiert.
Internationale Perspektive
In mehreren europäischen Ländern wie Belgien oder Litauen gilt bereits ein Rauchverbot in Autos, wenn Minderjährige oder Schwangere mitfahren – ein Modell, das auch in Deutschland vielfach als Beispiel angeführt wird








