Die SPD fordert höhere Preise für zuckerhaltige Getränke wie Cola und Limonade. Ziel ist es, den Zuckerkonsum zu senken und gesundheitliche Risiken zu reduzieren – doch der Vorstoß sorgt für politische und wirtschaftliche Diskussionen.
Debatte um Zuckersteuer: SPD-Politiker fordern höhere Preise für Softdrinks

In der SPD flammt erneut die Diskussion über teurere zuckerhaltige Getränke auf. Hintergrund sind gesundheitspolitische Überlegungen, mit denen der Konsum von stark gezuckerten Softdrinks wie Cola und Limonaden reduziert werden soll. Ein SPD-Politiker hat sich nun öffentlich dafür ausgesprochen, solche Getränke durch politische Maßnahmen spürbar zu verteuern.
Ziel: Weniger Zucker, mehr Gesundheit
Nach Ansicht des Politikers stellen stark gezuckerte Getränke ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Sie gelten als Mitverursacher von Übergewicht, Diabetes Typ 2 und weiteren Stoffwechselerkrankungen. Durch höhere Preise solle insbesondere der regelmäßige Konsum eingedämmt werden – vor allem bei Kindern und Jugendlichen, die besonders häufig zu süßen Erfrischungsgetränken greifen.
Gesundheitsexperten verweisen seit Jahren darauf, dass Zucker in flüssiger Form besonders problematisch sei, da er schnell aufgenommen werde und kaum ein Sättigungsgefühl auslöse.
Vorbild aus dem Ausland
Die SPD-Forderung knüpft an internationale Beispiele an. In mehreren europäischen Ländern – darunter Großbritannien und Frankreich – gibt es bereits Sonderabgaben auf stark gezuckerte Getränke. Studien aus diesen Staaten zeigen, dass Hersteller den Zuckergehalt ihrer Produkte reduziert haben und der Konsum teilweise zurückgegangen ist.
Auch in Deutschland hatte es in der Vergangenheit immer wieder Diskussionen über eine sogenannte Zuckersteuer gegeben, bislang jedoch ohne konkrete Umsetzung.
Kritik aus Wirtschaft und Opposition
Aus der Getränkeindustrie kommt deutlicher Widerstand. Branchenvertreter warnen vor steigenden Preisen für Verbraucher und bezeichnen eine zusätzliche Abgabe als Bevormundung. Statt staatlicher Eingriffe setzen sie auf freiwillige Selbstverpflichtungen der Hersteller und mehr Aufklärung.
Auch aus anderen Parteien gibt es Kritik: Gegner einer Zuckersteuer argumentieren, Ernährungsentscheidungen seien Privatsache. Zudem sei unklar, ob höhere Preise tatsächlich langfristig das Essverhalten ändern.
Innerparteiliche Diskussion noch offen
Innerhalb der SPD ist die Forderung bislang kein offizieller Beschluss. Parteiintern wird jedoch seit Längerem über Maßnahmen zur Prävention von ernährungsbedingten Krankheiten beraten. Neben einer möglichen Zuckerabgabe stehen auch bessere Kennzeichnungssysteme und strengere Regeln für Werbung an Kinder zur Diskussion.
Ob aus dem aktuellen Vorstoß ein konkreter Gesetzesvorschlag entsteht, ist offen. Klar ist jedoch: Die Debatte um Zucker, Gesundheit und staatliche Regulierung gewinnt erneut an Fahrt.
Ausblick
Die Forderung nach teureren Zuckergetränken dürfte die politische Diskussion in den kommenden Monaten weiter prägen. Angesichts steigender Gesundheitskosten und zunehmender ernährungsbedingter Erkrankungen wächst der Druck auf die Politik, wirksame Präventionsmaßnahmen zu ergreifen – ob über Preise, Aufklärung oder gesetzliche Vorgaben.








