Radtke will soziale Themen in der CDU stärker besetzen und fordert klares Angebot für Arbeitnehmer im Bundestagswahlkampf.
Dennis Radtke neuer Vorsitzender der CDA

Dennis Radtke übernimmt die Leitung des CDU-Arbeitnehmerflügels und folgt damit dem langjährigen Vorsitzenden Karl-Josef Laumann. Der 45-jährige Radtke wurde auf der Bundestagung der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) in Weimar mit 83,1 Prozent der gültigen Stimmen zum neuen Vorsitzenden gewählt.
Laumann ist nach 19 Jahren an der Spitze nicht mehr zur Wahl angetreten. Er wurde nun CDA-Ehrenvorsitzender. Der 67-Jährige bleibt jedoch als CDU-Vize sowie Arbeits- und Sozialminister in Nordrhein-Westfalen eine wichtige Stimme für die Arbeitnehmerinteressen in seiner Partei.
Radtke ist seit 2007 Mitglied des CDA-Bundesvorstands, zuletzt war er stellvertretender Bundesvorsitzender. Er ist auch Mitglied der Gewerkschaft IG BCE und CDU-Europaabgeordneter mit den Schwerpunkten Industrie, Beschäftigung und soziale Angelegenheiten.
«Riesige» Fußstapfen – Keine klare Aussage zur K-Frage
Radtke erklärte nach seiner Wahl, die CDU müsse mit «einem Angebot für die Millionen Beschäftigten in den Bundestagswahlkampf gehen». Zusammen mit Laumann als CDU-Vize wolle er erreichen, «dass soziale Themen wieder prägnanter in der CDU besetzt werden». Die Ampel-Regierung habe für Arbeitnehmer nichts im Angebot. «Die CDU muss erkennbar sein als Anwalt derjenigen, die sich jeden Tag anstrengen und es trotzdem schwer haben», mahnte der neue CDA-Vorsitzende.
In seiner Bewerbungsrede sagte Radtke, die Fußstapfen, die Laumann hinterlasse seien «riesig». Er gehe das neue Amt mit Demut, Freude und Gottvertrauen an.
Radtke äußerte sich auch zur Kanzlerkandidatenfrage. Die Union habe das Luxusproblem, unter drei «tollen Leuten» – CDU-Chef Friedrich Merz, CSU-Chef Markus Söder und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst – auswählen zu können. Wer es dann auch immer werde – «dieser Mann muss und soll Olaf Scholz ablösen», sagte Radtke.
Die CDA betrachtet sich als das soziale Gewissen der CDU. Einer der früheren Bundesvorsitzenden war der ehemalige Arbeitsminister Norbert Blüm. Der gelernte Maschinenschlosser Laumann führte die CDU-Vereinigung seit 2005 an.
Laumann will sich weiter für Arbeitnehmerinteressen einsetzen
Nach der Wahl von Radtke erklärte er, dass er nicht in den Ruhestand gehen werde, sondern als CDU-Vize und Minister in Nordrhein-Westfalen weiterhin daran arbeiten werde, die Situation der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland zu verbessern.
Als Gastredner in Weimar sagte CDU-Chef Friedrich Merz ebenfalls, dass der Abgang von Laumann als CDA-Chef allenfalls eine kleine Zäsur bedeute. Merz wies darauf hin, dass Laumann mit dem besten Wahlergebnis aller seiner Stellvertreter in die enge Parteispitze gewählt wurde. Die CDU brauche Laumann und zähle weiterhin auf ihn.








