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Deutlich weniger Ukrainer ziehen nach Deutschland im Jahr 2023

Der starke Rückgang im Vergleich zu 2022 führte zu einer Nettozuwanderung von 121.000 Menschen aus der Ukraine.

Die meisten Ukrainer lebten im Oktober 2023 in den bevölkerungsreichsten Bundesländern Nordrhein-Westfalen (234.000), Bayern (168.000), und Baden-Württemberg (159.000).
Foto: Michael Kappeler/dpa

Im Jahr 2023 sind deutlich weniger Menschen aus der Ukraine nach Deutschland gezogen als im Vorjahr. Wie aus Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) in Wiesbaden hervorgeht, zogen 277.000 Menschen aus der Ukraine nach Deutschland und 156.000 zurück. «Daraus ergibt sich eine Nettozuwanderung von 121.000 Menschen», teilte Destatis am Donnerstag mit. 

Im Jahr 2022, als der russische Angriff auf die Ukraine begann, verzeichnete das Bundesamt 1,1 Millionen Zuzüge und 138.000 Fortzüge (Nettozuwanderung: 960.000). Trotz des deutlichen Rückgangs im Vorjahr war die Zuwanderung aus der Ukraine höher als in den Jahren vor dem russischen Angriffskrieg (2021: 6000, 2020: 5000, 2019: 7000).

Großer Teil war weiblich und minderjährig

Ein beträchtlicher Anteil der Zugewanderten, nämlich 60 Prozent, waren weiblich – darunter auch viele Minderjährige (34 Prozent), die nach Deutschland kamen. Laut vorläufigen Ergebnissen von Destatis waren etwa 40 Prozent der bis Mitte 2023 Zugewanderten Alleinerziehende mit ihren Kindern.

Die große Zuwanderung aus der Ukraine führte dazu, dass die Anzahl der Menschen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit in Deutschland von 138.000 im Januar 2022 auf 1,15 Millionen im Oktober 2023 anstieg. Der Anteil der Ukrainer und Ukrainerinnen an der Gesamtbevölkerung erhöhte sich laut Destatis im selben Zeitraum von 0,2 Prozent auf 1,4 Prozent.

Zahl der Ukrainer versiebenfachte sich

Von Januar 2022 bis Oktober 2022 stieg die Zahl der ukrainischen Staatsangehörigen in Deutschland von 138.000 auf 1,02 Millionen Menschen, was einem Anstieg um mehr als das Siebenfache oder 639 Prozent entspricht. Im Vergleich dazu war der Zuwachs von Januar bis Oktober 2023 von 1,07 Millionen auf 1,15 Millionen Menschen (7 Prozent) deutlich geringer. «Ukrainische Staatsangehörige waren damit im Oktober 2023 nach türkischen Staatsangehörigen (1,6 Prozent oder 1,39 Millionen) die zweitgrößte ausländische Bevölkerungsgruppe in Deutschland», teilte Destatis mit. 

Anteil der ukrainischen Bevölkerung in Hamburg und Berlin am höchsten 

Im Oktober 2023 lebten die meisten Ukrainerinnen und Ukrainer in den bevölkerungsreichsten Bundesländern Nordrhein-Westfalen (234.000), Bayern (168.000) und Baden-Württemberg (159.000). Anteilig – gemessen an der Gesamtbevölkerung im jeweiligen Bundesland – lebten die meisten in Hamburg (1,7 Prozent) und Berlin (1,6 Prozent). Die wenigsten Ukrainer lebten hingegen in Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Brandenburg (je 1,2 Prozent).

dpa