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Steuern und Sozialabgaben für Rentner steigen auf über 124 Milliarden Euro

Die Summe der Steuern und Sozialabgaben für Rentnerinnen und Rentner erreicht in diesem Jahr voraussichtlich gut 124 Milliarden Euro, was eine Belastung darstellt und Kritik hervorruft.

«Der Staat greift älteren Menschen immer tiefer in die ohnehin schmale Geldbörse», kritisiert die Vorsitzende der Partei Bündnis Sahra Wagenknecht.
Foto: Lukas Barth/dpa

Laut Daten der Bundesregierung ist die Gesamtsumme der Steuern und Sozialabgaben für Rentnerinnen und Rentner in diesem Jahr voraussichtlich auf über 124 Milliarden Euro gestiegen. Die Informationen stammen aus der Antwort des Finanzministeriums auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sahra Wagenknecht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Wagenknecht kritisierte die hohe Belastung und forderte die Steuerfreiheit für kleine und mittlere Renten.

Das Ministerium stützt sich für das Jahr 2024 auf Schätzungen und Simulationen, die auf den Daten der Vorjahre basieren. Im laufenden Jahr sind demnach 54,3 Milliarden Euro für die gesetzliche Krankenversicherung und 11,5 Milliarden Euro für die Pflegeversicherung fällig. Im Vergleich dazu betrugen die Beträge im Jahr 2020 44,3 Milliarden Euro für die Krankenversicherung und 8,5 Milliarden Euro für die Pflegeversicherung. Die fällige Steuersumme soll laut Angaben des Ministeriums von 48,8 Milliarden Euro im Jahr 2020 auf 58,6 Milliarden Euro im Jahr 2024 steigen.

Die steigenden Sozialabgaben resultieren hauptsächlich aus Anhebungen des Pflegebeitrags sowie des Zusatzbeitrags für die Krankenversicherung. Darüber hinaus nimmt die Anzahl der Rentnerinnen und Rentner zu. Die steigenden Steuersummen für Rentner wurden im Rahmen einer Reform im Jahr 2004 so gestaltet: Allmählich wird ein immer größerer Teil der Rente steuerpflichtig, während die Beiträge während der Berufsphase steuerfrei bleiben.

«Diese Reform war ein fataler Fehler»

Wagenknecht forderte eine Kurskorrektur. «Der Staat greift älteren Menschen immer tiefer in die ohnehin schmale Geldbörse», kritisierte die Vorsitzende der Partei Bündnis Sahra Wagenknecht. Die Summe von über 124 Milliarden Euro bei Steuern und Abgaben liege um 7,8 Milliarden Euro höher als im vergangenen Jahr. Binnen vier Jahren sei sie um 22 Prozent gestiegen.

«Die Steuern und Abgaben für Rentner sind inzwischen höher als der gesamte Bundeszuschuss zur Rente – eine Unverschämtheit», meinte Wagenknecht. «Die Steuer- und Abgabenlast muss runter.» Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge seien zu stark gestiegen, und die Abschaffung der Rentenbesteuerung müsse auf die Tagesordnung. «Diese Reform war ein fataler Fehler», sagte Wagenknecht. «Wir brauchen Steuerfreiheit für alle gesetzlichen Renten mindestens bis 2000 Euro.»

dpa