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Deutsche Patriot-Systeme schützen strategisch wichtigen Flughafen in Polen

Polen ist wichtiger Verbündeter der Ukraine und Deutschland verlegt Kampfflugzeuge zur Überwachung des Luftraums über Rumänien.

Verteidigungsminister Boris Pistorius vor den Patriot-Flugabwehrsystemen der Bundeswehr, die im polnischen Rzeszow stationiert sind. (Foto aktuell)
Foto: Kay Nietfeld/dpa

Zwei Patriot-Systeme der Bundeswehr werden für die kommenden sechs Monate einen strategisch bedeutenden Flughafen bei Rzeszow im Südosten Polens schützen. «Diese beiden Einheiten schützen Nato-Bündnisgebiet und zugleich – und das ist ganz wichtig – die logistische Versorgung der Ukraine», sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) nach der Übergabe in Rzeszow. Rund 200 Soldatinnen und Soldaten werden die Systeme auf dem Flughafen bedienen, von dem es rund 100 Kilometer bis zur ukrainischen Grenze sind. 

Das EU- und Nato-Land Polen ist ein wichtiger politischer und militärischer Verbündeter der von Russland angegriffenen Ukraine. Das Land fülle diese Rolle mit «unglaublicher Bravour, viel Engagement und viel Leidenschaft» aus, sagte Pistorius. Voraussichtlich im Sommer werde Deutschland zudem eine Alarmrotte von Kampfflugzeugen vom Typ Eurofighter vorübergehend nach Polen verlegen. Später sollten diese dann den Luftraum über Rumänien überwachen.

Logistische Drehscheibe für Militärhilfe des Westens

Der Flughafen in Rzeszow ist ein wichtiger logistischer Knotenpunkt für die Militärhilfe des Westens für Kiew. Bislang waren dort US-Soldaten stationiert, und der Flughafen wurde von amerikanischen Patriot-Einheiten geschützt.

Polens Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz dankte den Amerikanern, die jetzt von der Bundeswehr abgelöst werden. «Sie werden nun Zeit haben, ihre Geräte zu überholen, aber wir sind zuversichtlich, dass die Unterstützung der Bündnispartner fortgesetzt wird», betonte er. 

Zweiter Einsatz deutscher Patriot-Staffeln im Südosten Polens 

Schon von Januar bis November 2023 waren deutsche Patriot-Einsatzstaffeln in Polen aktiv. Etwa 320 Soldaten der Bundeswehr betreuten in diesem Zeitraum drei Patriot-Systeme an zwei Standorten in der Nähe von Zamosc, 33 Kilometer westlich der ukrainischen Grenze. Ihr Ziel war es, den Luftraum des Landes zu sichern, nachdem Ende 2022 bei einem Raketenangriff in einem polnischen Dorf nahe der Grenze zwei Menschen ums Leben gekommen waren.

Die Patriot-Systeme der Bundeswehr, die in den USA hergestellt wurden, gehören zu den modernsten Flugabwehrsystemen weltweit. Sie dienen der Abwehr feindlicher Flugzeuge, ballistischer Raketen und Marschflugkörper. In einem Radius von etwa 100 Kilometern und bis zu einer Höhe von 30 Kilometern können die Abwehrraketen Ziele in einer virtuellen Glocke um die Position herum treffen – je nach Art des Lenkflugkörpers.

dpa