Issifi Djibey, ehemaliger Chefarzt in Rendsburg, wird zum König der Provinz Kokorou im Niger gewählt. Er plant umfassende Veränderungen für die Region und möchte die Infrastruktur verbessern, um die lokalen Ressourcen besser zu nutzen.
Deutscher Ex-Chefarzt Issifi Djibey zum König in Niger gewählt

Der ehemalige Chefarzt des Rendsburger Krankenhauses, Issifi Djibey, wurde zum König einer Provinz im afrikanischen Niger ernannt. Die Stadt Rendsburg gratulierte ihm auf ihrer Website zu dieser Wahl: „Der 75-Jährige war lange Zeit Chefarzt für Gefäß- und Thoraxchirurgie am Rendsburger Krankenhaus. Nicht nur als Mediziner hat er in unserer Stadt einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Wir sind zuversichtlich, dass er auch in seiner Heimat Gutes bewirken wird“, heißt es dort.
Wahl zum König und familiäre Hintergründe
Die Wahl Djibeys zum König in der Provinz Kokorou, die rund 150.000 Einwohner zählt, ist eng mit seinem Familienstammbaum verknüpft. Der 75-Jährige wurde im Niger geboren und gilt als einer der legitimen Nachfolger des verstorbenen Königs, der 2023 nach 52 Jahren Regentschaft starb. In einem Wahlprozess setzte sich Djibey gegen mehrere Mitbewerber durch. „Ein Nein zur Kandidatur hätte meine Familie in Niger niemals akzeptiert“, äußerte er sich in einem Interview.
Visionen für die Provinz Kokorou
Im Gespräch mit der „SHZ“ erklärte der neu gewählte König, dass er sich als „Bindeglied zwischen der einheimischen Bevölkerung und der Zentralregierung“ sehe. Während sein Vorgänger eine konservative Regierungsführung pflegte, strebt Djibey umfassende Veränderungen an: „Wir müssen in die Infrastruktur investieren, um die Schätze der Region viel besser und gewinnbringend für die Menschen nutzen zu können. Es gibt nur wenige Straßen, aber man findet in Kokorou Gold und wertvolle Mineralien. Die Herausforderung wird es sein, dafür internationale Geldgeber zu gewinnen.“
Zukünftige Aufgaben und Herausforderungen
Djibey befindet sich derzeit im Niger und plant, dort den Großteil seiner Zeit zu verbringen. „Ich habe schon viel zu tun“, betonte er. Eine seiner ersten Aufgaben wird es sein, „eine repräsentative Residenz“ zu errichten. „Eine meiner ersten Amtshandlungen wird also sein, einen Palast zu bauen“, so Djibey weiter.
Die Provinz Kokorou und die Situation im Niger
Die Provinz Kokorou im Westen des Niger hat eine Fläche, die mit dem Saarland vergleichbar ist, und beherbergt über 150.000 Einwohner. Der königliche Emir spielt eine wichtige Rolle als Mittelsmann zwischen der Bevölkerung und der Landesregierung. Er hat das Recht, Steuern zu erheben und richterliche Entscheidungen zu treffen. Niger zählt zu den ärmsten Ländern weltweit, und jedes zehnte Kind stirbt vor dem fünften Geburtstag. Seit einem Putsch im Jahr 2023 wird das Land von einer Militärregierung geleitet.
Djibey kam 1970 mit einem Stipendium aus dem Niger nach Deutschland, wo er Medizin studierte und über 20 Jahre am Klinikum in Rendsburg tätig war, zuletzt als Chefarzt für Gefäß- und Thoraxchirurgie. Seit mehreren Jahren ist er im Ruhestand.








