Dresdens Baumkontrolleure prüfen regelmäßig rund 105.000 städtische Bäume auf Standsicherheit und mögliche Gefahren. Ziel ist es, Bäume durch gezielte Pflegemaßnahmen möglichst lange zu erhalten, insbesondere angesichts der Herausforderungen durch Klimawandel und städtische Bedingungen.
Dresdens Baumexperten: Einblick in die Pflege und Überwachung urbaner Grünflächen

In der Landeshauptstadt Dresden sind Baumkontrolleure dafür verantwortlich, die Sicherheit und Gesundheit der städtischen Bäume zu gewährleisten. Sie untersuchen regelmäßig, ob Bäume standsicher sind und ob Äste potenzielle Gefahren darstellen. Dabei wird nicht immer entschieden, ob ein Baum gefällt werden muss; oft können gezielte Pflege- und Sicherungsmaßnahmen dazu beitragen, dass ein Baum weiterhin erhalten bleibt.
Die Baumkontrolleure folgen der Regel, möglichst wenig an den Bäumen zu schneiden, da jede Schnittstelle eine Eintrittspforte für Krankheiten darstellen kann. Daher wird bei jeder Kontrolle sorgfältig abgewogen, welche Maßnahmen tatsächlich erforderlich sind.
Über 100.000 Bäume im Fokus
Im Baumkataster der Stadt sind derzeit etwa 105.000 Bäume verzeichnet, die sich an Straßen, in Parks, auf Spielplätzen und Schulgeländen befinden. Zehn Baumkontrolleure sind für die regelmäßigen Kontrollen zuständig. Die Häufigkeit der Kontrollen hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter der Standort des Baumes und die damit verbundenen Sicherheitsanforderungen. Bäume an stark befahrenen Straßen oder auf Spielplätzen haben eine höhere Priorität. Grundsätzlich werden städtische Bäume jährlich kontrolliert, wobei nach besonderen Ereignissen wie Stürmen zusätzliche Kontrollen durchgeführt werden.
Die Baumkontrolle umfasst mehr als nur einen kurzen Blick auf die Baumkrone. Die Kontrolleure betrachten den gesamten Baum, einschließlich des Umfelds, des Wurzelbereichs und des Stammes. Auffälligkeiten werden digital erfasst, und die Kontrolleure können frühere Kontrollen sowie festgestellte Schäden und geplante Maßnahmen in einer mobilen Anwendung einsehen.
Einfluss von Trockenheit auf die Bäume
Hitze und Trockenheit stellen eine erhebliche Belastung für die Bäume dar. Die städtischen Bedingungen sind für Bäume ohnehin herausfordernd, da sie oft wenig Platz im Boden haben, auf versiegelten Flächen stehen und eingeschränkten Zugang zu Nährstoffen und Wasser haben. Ein einzelnes trockenes Jahr kann ein gesunder Baum in der Regel überstehen, jedoch wird die wiederholte Belastung problematisch. Dies kann zu absterbenden Ästen oder größeren abgestorbenen Kronenteilen führen, insbesondere bei älteren Bäumen, die sich nicht schnell genug an die veränderten klimatischen Bedingungen anpassen können.
Der steigende Pflegebedarf ist auch auf das Alter des Baumbestandes zurückzuführen. Mit zunehmendem Alter nehmen die „Gebrechen“ der Bäume zu. Totholz ist nicht nur eine Folge des Klimawandels, sondern auch Teil des natürlichen Alterungsprozesses eines Baumes. Jährlich müssen etwa fünf bis zehn Prozent des Baumbestandes bearbeitet werden, was bei über 100.000 erfassten Bäumen etwa 5.000 bis 10.000 Bäume entspricht.
Erhalt der Bäume im Fokus
Die häufigste Maßnahme nach einer Kontrolle besteht im Entfernen von Totholz. Bei jüngeren Bäumen kann auch eine Kronenpflege sinnvoll sein, um das Wachstum ungünstiger Triebe zu verhindern. Bei besonderen oder vorgeschädigten Bäumen sind manchmal zusätzliche Untersuchungen erforderlich, die von spezialisierten Unternehmen durchgeführt werden. Mit Schalltomografien kann beispielsweise festgestellt werden, wie weit eine Fäule im Inneren eines Stammes fortgeschritten ist. Auch Bohrwiderstandsmessungen können Aufschluss über die Stabilität des Holzes geben.
Ein Beispiel ist die Platane vor dem Dresdner Rathaus, die etwa 150 Jahre alt ist und größere Höhlungen sowie Schäden im Stamm aufweist. Um ihre Entwicklung über die Jahre zu überwachen, wurde sie mehrfach mit Schalltomografien untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass der Holzzerfall über einen längeren Zeitraum relativ langsam voranschreitet. Zudem werden mehrere Kronensicherungen eingesetzt, um die Äste des Baumes zu stabilisieren und zu verhindern, dass sie unkontrolliert auf die Verkehrsfläche fallen.
Unsichtbare Schäden und ihre Gefahren
Ein wichtiger Aspekt bei der Baumkontrolle ist die Überprüfung der Wurzeln. Schäden im Wurzelbereich sind oft von außen nicht erkennbar. Wenn beispielsweise Wurzeln bei Bauarbeiten beschädigt werden, können Pilze eindringen und das Holz über längere Zeit zersetzen. Ein Baum kann äußerlich gesund erscheinen, aber dennoch an Standfestigkeit verlieren.
Deshalb überprüfen die Baumkontrolleure auch den Wurzelanlauf. Mit einem Sondierstab können sie feststellen, wie weit eine Höhlung reicht oder ob im Boden noch Widerstand durch Wurzeln vorhanden ist. Nach Sturmereignissen ist dieser Blick besonders wichtig, da ein Baum mit einer grünen Krone aufgrund eines geschädigten Wurzelsystems möglicherweise nicht mehr ausreichend im Boden verankert ist.
Raum für Wurzeln und Bewässerung
Um sicherzustellen, dass Bäume auch in Zukunft besser mit Hitze und Trockenheit umgehen können, spielt die Planung neuer Baumstandorte eine entscheidende Rolle. Bäume benötigen ausreichend Platz für ihre Wurzeln und eine gute Wasserversorgung. Insbesondere an Straßen ist der Platz dafür oft begrenzt. Das Amt für Stadtgrün setzt sich daher dafür ein, bei neuen Baumstandorten größere Wurzelräume zu schaffen und diese über unterirdische Wurzelgräben miteinander zu verbinden.
Die Bewässerung junger Bäume wird angesichts der zunehmenden Trockenperioden immer wichtiger. Derzeit gehören etwa 6.000 Jungbäume zum Bewässerungsbestand der Stadt. Je nach Witterung werden sie während der Vegetationsperiode im Durchschnitt sechsmal bewässert. Eine Bewässerungsrunde für alle diese Bäume kostet zwischen 40.000 und 50.000 Euro. Unterstützung erhalten die Stadt und die Baumkontrolleure auch von der Initiative „Dresden gießt“ sowie von Bürgerinnen und Bürgern, die bei großer Trockenheit aktiv zur Bewässerung beitragen.
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Quellen: dresden, MDR, tagesschau
Bildquelle: Depositphotos
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.








